Tom Walker - What A Time To Be Alive - Cover
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Tom Walker What A Time To Be Alive


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der schottische Newcomer mit seinem Debütalbum, an dem zu viele Köche herumgedoktert haben.

Vor zwei Wochen erhielt der schottische Newcomer Tom Walker (27) einen BRIT Award für seinen Song „Leave a light one“, mit dem er im Herbst 2017 nach diversen Single-Veröffentlichungen seinen Durchbruch schaffte. Ein gerechter Lohn für ein Stück, das nicht nur zum Streaming-Hit wurde, sondern auch so ziemlich alle wichtigen Charts dieser Welt im Sturm nahm. Damit gelang Tom Walker ein traumhafter Karrierestart, dem zwar jede Menge Arbeit, freundlose Jobs und zehrende Entbehrungen vorausgingen, aber am Ende des Tages auch das erreichte Ziel stand, aus der Leidenschaft zur Musik eine Berufung zu machen, von der sich leben lässt.

Danach hat es eine ganze Zeit gedauert, bis Tom Walker ein Album beisammenhatte. Dieses entstand zusammen mit erfahrenen Songschreibern und Produzenten wie Mark Vallance, Steve Mac, Mike Spencer, Tim Deal, Steve Robson, Paul Berry, Jim Abbiss und Naughty Boy (u.a. Leona Lewis, Kelly Clarkson, Ronan Keating, Emeli Sandé, Sam Smith, Beyoncé, Birdy, Adele, Jamie Cullum, James Morrison, Felix Jaehn), obwohl der in Manchester lebende Schotte das professionelle Songschreiben am London College of Contemporary Music höchstselbst erlernte. Aber so ist das eben, wenn ein Majorlabel die Finger im Spiel hat und der Vertrieb von „What A Time To Be Alive“ übernimmt.

Dieses wünscht sich aus kommerzieller Sicht natürlich nicht nur einen Hit der Marke „Leave a light one“ und greift dem jungen Künstler deshalb mit geballter Erfahrung unter die Arme. Die Folge dieser Unterstützung – oder nennen wir es Einmischung – ist oftmals eine Verwässerung der künstlerischen Handschrift, die auch im Fall von Tom Walker zutrifft. Zwar hat der Sänger und Songschreiber eine durchaus markante Stimme, die er immer wieder in Szene setzen kann („Dominoes“), aber nicht genügend Songs, die den Unterschied zur breiten Songwriter-Pop-Masse ausmachen.

So bringt „What A Time To Be Alive“ unterm Strich eine routinierte Mischung aus Balladen („Blessings“, „Fade away“, „The show“) und Radio-Popsongs wie „Cry out“, „Just you and I“ oder auch das Duett mit Zara Larsson („Now you’re gone“) mit, ohne dass der Hörer davon nachhaltig aus dem Sessel gerissen wird, was irgendwie nach einer vertanen Chance klingt. Fazit: Hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Anspieltipps:

  • Cry out
  • Fade away
  • Just you and I
  • Leave a light one
  • How can you sleep at night?
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