Atreyu - In Our Wake - Cover
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Atreyu In Our Wake


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Entgegen aller Erwartungen präsentieren sich Atreyu als glatt-harter Hoffnungsschimmer am Metalcore-Horizont.

Lasst alle Hoffnung fahren und gebt euch der Dunkelheit hin. Metalcore hat einen entsprechend düsteren Ruf und daran sind Bands wie Atreyu nicht unschuldig. Auch „In Our Wake“ präsentiert sich mit makaberem Cover und emotionalen, schwermütigen Themen. Auf „In Our Wake“ wird geschrien und musikalisch um sich getreten. Und doch ist die inzwischen sehr sauber produzierte Musik Atreyus ein Zeichen für unabdingbaren Optimismus. Selbst die dunkelsten Momente auf „In Our Wake“ strotzen vor Trotz. Aufgabe ist keine Option für Atreyu und statt sich zu ergeben, ist die Band allein ihrer Liebe zu aufstrebenden Melodien ergeben.

Mit einer unbestreitbaren Portion Fall Out Boy in ihrem Sound machen Atreyu einen weiteren Schritt Richtung Mainstream. Über diesen Vergleich muss sich niemand aufregen, weil damit die positiven Aspekte des jugendlich aufbegehrenden Rock gemeint sind. Hymnen wie „The Time Is Now“ sind düster geschminkte Motivationsballaden und im Kontext von „In Our Wake“ funktionieren sie. Der Ohrwurm-Opener stellt die Weichen mit Mitsing-Garantie, aber der entscheidende Einstieg in die unterliegende Stimmung auf diesem Album findet sich im Schlusstrack „Super Hero“. Im Classic-Rock-Gewand steht die Band dazu, dass sie im Angesicht der besungenen Probleme und Tiefpunkte zumindest für ihre Kinder nie die Hoffnung verlieren wollen.

Ein wegweisendes Licht wollen sie sein und dieser Schein breitet sich über dem kompletten Album aus. Mit „Nothing Will Ever Change“ und „Blind Deaf & Dumb“ lassen sich Atreyu textlich und musikalisch aus, doch selbst an den vermeintlich härtesten Punkten des Albums, ist Hoffnung sichtbar. Sei es die weich gesungene Frage, wie Menschen die Welt ändern wollen, wenn sie sich selbst nicht ändern oder der Unterton, dass die Furcht besteht, dass sich nichts ändert. In den dunkelsten Momenten weisen Atreyu weiter leise daraufhin, dass es eine Lösung geben könnte.

Am besten funktioniert die Mischung aus finsteren Gedanken und hehren Zielen, wenn Atreyu das Tempo hochhalten. Wie von allein erschaffen sie Lieder, die im selben Zug als Hymne funktionieren und sich doch genug voneinander unterscheiden, um zu unterhalten („Safety Pin“, „Into The Open“ und „No Control“). Der Band kommt entgegen, dass sie keine Angst vor Ohs, Ehs und Ahs hat, um die Mut machenden Melodien gegen die eigens kreierte Finsternis antreten zu lassen. Das Ergebnis mag manchen zu poppig erscheinen und ist nicht unbedingt mit musikalischen Highlights gespickt. Dafür ist „In Our Wake“ ein gutes Beispiel dafür, wie Pessimismus und Optimismus im Innern ein und desselben Organismus dauerhaft im Clinch miteinander stehen. Die frohe Botschaft mit Wumms: aufstrebende Hooklines kanalisieren auch in diesem Jahr Wut und Unverständnis zu produktiver Energie.

Anspieltipps:

  • In Our Wake
  • The Time Is Now
  • Nothing Will Ever Change

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