Pranke - Monkey Business - Cover
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Pranke Monkey Business


  • Label: Staatsakt/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Falls die Frage nach dem Bestehen von Progressive-Folk je gestellt wurde, liefern Pranke eine positive Antwort.

„Eine deutsch-isländische Rockproduktion“, das Label allein verbietet Konformität und Pranke tun ihren Hörern den Gefallen, dem Ungewöhnlichen Raum zu geben. „Monkey Business“ ist ein Album, das einer sportlichen Erwärmung gleich aus dem Trab in die Explosion wechselnd seinen Weg zu Hörern sucht. Einer geordneten Jam-Session gleich gibt das Duo sich keine Zeit für Tempowechsel, sondern schlägt wie auf Kommando abrupte Haken.

Mit dem ab dem Titeltrack einsetzenden weichen Gesang entsteht ein sanfter Folkrock-Sound, der mit den ruckartigen Ideen der Instrumente mitzuhalten versucht. Der Titel „Monkey Business“ lässt erahnen, dass Pranke ihre Musik selbst ein bisschen gaga finden. Tatsächlich lassen sich mit andauernder Spielzeit aber deutlich Prog-Rock-Einflüsse als treibende Kraft ausmachen, sei es in Form der Instrumente in „Adorno“ oder durch den experimentellen Gesang in „RW“ mitsamt epileptischem Saxophon.

Mit „RW“ stellt sich das Gefühl ein, dass Pranke sich zum Wahnsinn zwingen. Die krachenden Höhepunkte im letzten Drittel sind zu erwarten und scheinen nicht mehr den sprunghaften Ideen des Anfangs zu folgen. Mit „Inexplicably Awkward“ und „Come Closer“ legt sich dieser Eindruck wieder, sodass sich die Vorzüge der Stakkato-Liedermacher aufzählen lassen. Gleichzeitig wird gegen Ende des Albums klar, dass die Lieder auf „Monkey Business“ sich nicht alleine vollends entfalten. Der Reiz soll auch darin liegen, dass die Ruhe eines „Bokonon’s 53rd Calypso” von der Wucht eines “Para” konterkariert wird.

Der schweißtreibende Wechsel zwischen sanft und heftig sowie laut und leise ist die Hauptattraktion der Band. Doch auf diesem Album wirkt der Wandel bei aller Spontaneität erzwungen. Als obskure Referenz ist The Outlines „Aesthetics“ ein gelungenes Beispiel dafür, wie brachiale Kraft und fein geschwungene Ideen miteinander harmonieren können. Auf „Monkey Business“ scheint vieles noch auf Zuruf zu funktionieren, ohne dass die Inspiration vollends auf die Hörer übergeht.

Anspieltipps:

  • Monkey Business
  • RW
  • Come Closer

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