Yellowknife - Retain - Cover
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Yellowknife Retain


  • Label: Grand Hotel Van Cleef
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Yellowknifes „Retain“ ist kein Schritt, sondern ein Weitsprung in die richtige Richtung.

Als Tobias Mösch sich aufmachte, ein Soloalbum namens Wooden Future aufzunehmen klangen mit Referenzen wie Death Cab For Cutie verheißungsvolle Versprechen durch. Das Album war allerdings weder Fortentwicklung noch Hommage an den emotionalen Rock der Vorbilder, sodass das Album schnell in Vergessenheit geriet. Der Name Yellowknife erinnert zuerst an einen US-Nationalpark und Musikfans meinen wahrscheinlich, dass jemand Yellowcard sagen wollte. Mit „Retain“ könnte sich das alles ändern. Ob es die Luftveränderung in Hamburg oder einfach der Lauf der Zeit war, ist nicht auszumachen, aber auf „Retain“ hat Mösch als Yellowknife seine Stimme gefunden.

Yellowknife hat die Vorliebe zu Death Cab For Cutie mit dem gehobenen Tempo von Jimmy Eat World verbunden und fährt mit guten Melodien und knackigem Tempo einen Kurs, der unweigerlich zu gelungener Unterhaltung führt. Ohne Umschweife beginnt das Album stark mit „Don’t You Ever Arrive“, welches das Tempo hochhält und der Grundstein für lange Zeit durchgehend starke Melodien ist. Bis zu „Pelicans“ vollführt Yellowknife das Kunststück, das musikalische Fundament aus „Don’t You Ever Arrive“ in verschiedenen Stimmungen und Tempi anzuwenden, dass es eine Freude ist.

Melancholisch romantisch in „Second Hand“, mit jugendlichem Aufbegehren in „In Basements“ und einem unwiderstehlichen Chorus inmitten vielschichtigen Mid-tempos in „Shaky Knees“ präsentiert sich Mösch als jemand, der seine Art des Rocks durchdringend zu verstehen scheint. Dass diese Qualität in „The Twist“ und „Pelicans“ gehalten werden kann, führt beinahe zu Begeisterungsstürmen. Der Grund, warum „Retain“ nicht zu den Geheimtipps des Jahres gehört, ist die zweite Albumhälfte, die mal stilistisch (in „Travels“) im Mittelmaß versinkt oder die Formel vorangegangener Songs zu deutlich wiederholt.

Doch selbst die schwächeren Titel auf „Retain“ stellen in den Schatten, was das Vorgängeralbum zu bieten hatte. Yellowknife ist ein Album gelungen, das im schlimmsten Fall grundsolide und im besten Fall die Essenz guter Rockmusik geworden ist. Die nachdenklich warmen und gleichzeitig treibenden Melodien sind wie gemacht, um die letzten Sommerstrahlen einzusaugen und sich für den frischen Herbst zu wappnen.

Anspieltipps:

  • Shaky Knees
  • Don’t You Ever Arrive
  • Second Hand

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