Muff Potter - Colorado - Cover
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Muff Potter Colorado


  • Label: Grand Hotel Van Cleef
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
10/10 Leserwertung Stimme ab!

Halleluja! Der versoffene Dorfschreiner aus „Die Abenteuer des Tom Sawyer“ ist auferstanden!

Am 12. Dezember 2009 löste sich die deutsche Indie-Rock-Kapelle Muff Potter aus Münster nach 16 Jahren Band-Geschichte auf und hinterließ ein Bündel von Fans und Presse abgefeierter Alben, die stilprägend für eine ganze Generation waren. In ihrer aktiven Zeit kosteten Muff Potter den Traum von der kleinen Indie-Band im Eigenvertrieb („Schrei wenn du brennst“), bis hin zum Majoract mit Singles in Dauerrotation auf MTV („Steady Fremdkörper“), voll aus und setzen sich mit Werken wie „Gute Aussicht“ (04/2009) ein Denkmal. Nach diesem Album zogen sich die Mitglieder von Muff Potter in ein normales Berufsleben zurück und/oder widmeten sich anderen bildenden Künsten.

Anfang 2018 deutete sich dann an, dass Muff Potter scheinbar ein Comeback planen. Die Band spielte wieder Live-Konzerte und die vier zwischen 2000 und 2007 veröffentlichten Alben wurden an das Hamburger Label Grand Hotel van Cleef für eine Vinyl-Wiederveröffentlichung lizenziert. Parallel dazu wurde eine Sammlung von Raritäten und noch nie gehörten Songs vorbereitet, die es unter dem Titel „Colorado“ seit 26. Oktober 2018 in digitaler Form zu kaufen gibt. Nun folgt nun die klassische Variante auf CD und Vinyl, einhergehend mit der Meldung, dass Muff Potter im nächsten Jahr auf große Reunion-Tour gehen werden. Halleluja!

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„Colorado“ ist ein randvoller Silberling mit 25 Tracks (!), die tief in die Geschichte von Thorsten Nagelschmidt (Gesang, Gitarre), Dennis Scheider (Gesang, Gitarre), Dominic Laurenz (Bass) und Thorsten Brameier (Drums) – so das aktuelle Line-up der Band – eintauchen. Dabei macht der Albumtitel den gleichnamigen Haribo-Gummibärchen alle Ehre. Denn er deutet an, dass Muff Potter in Sachen Indie-Rock äußerst vielschichtig unterwegs waren und sich nie festlegen ließen. Daraus resultiert ein schöner Ausflug in die deutsche Indie-Rock-Geschichte mit jeder Menge Charme und Retro-Feeling.

Fazit: Mit akustischen Stücken („Los Stop Schade“), derben Punkrocksongs („Weg mit dem“, „Hotfilter“), Coverversionen („Auf Wiedersehen“, „Jumping someone else’s train“) und coolen Indie-Pop-Liedern („Schnellbootveteranen für die Wahrheit“) aus der Zeit von 1993 bis 2009, die sich auf Singles, Soundtracks und Compilations befanden oder aus dem Archiv gefischt wurden, bescheren Muff Potter ihren alten Fans eine vorzeitige Weihnachtsbescherung.

Anspieltipps:

  • Typhus
  • Weg mit dem
  • Don’t try suicide
  • Tränen Pisse Blut
  • Lost in translation
  • Gestern war auch ein schöner Tag
  • Alles war schön und nichts tat weh
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