Doyle Bramhall II - Shades - Cover
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Doyle Bramhall II Shades


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer sich an Lenny Kravitz orientiert, wird wahrscheinlich automatisch Durchschnitt abliefern.

Sein Vater war ein Kumpel von Stevie Ray und Jimmie Vaughan, mit Double Trouble, der Begleitband von ersterem veröffentlichte Doyle Bramhall II mit den Arc Angels ein gutes Blues-Pop-Album. Das war Anfang der Neunziger Jahre, mittlerweile ist Bramhall ein gefragter Session- und Tourgitarrist, sowie Produzent. Er arbeitete unter verschiedenen Jobbezeichnungen schon mit Stars wie Roger Waters, Elton John oder Sheryl Crow und auch Szenegrößen wie der Tedeschi Trucks Band oder T-Bone Burnett zusammen, zudem war er über Jahre an der Seite von Eric Clapton anzutreffen.

Legt man „Shades“ auf, dem Nachfolger des bei Kritikern und Hörern erfolgreichen „Rich Man“, fragt man sich was diesen Mann so unverzichtbar, innovativ oder virtuos macht. „Love And Pain“ spielt mit einem Sound, den die Arctic Monkeys schon vor fünf Jahren für sich entdeckten. Der Song klingt wie eine Mischung aus den Black Keys und Lenny Kravitz, ist allerdings leider genauso langweilig. Etwas unstet plätschert „Hammer Ring“ vor sich hin, woran auch das allenfalls solide Gitarrensolo nichts mehr ändern kann. In dem Gemisch aus soulig-bluesigem und einer schwülstigen R’n’B-Ballade gibt sich der ehemalige Boss Bramhalls, Eric Clapton, die Ehre, die platte Ballade „Searching For Love“ ist ein Duett mit Norah Jones.

Erst „Live Forever“ gerät mal etwas knarziger und lauter, erinnert aber in seinen simplen Riffs und Strukturen, die wenig innovativ daherkommen erneut gewaltig an Lenny Kravitz. Ausgerechnet „Break Apart To Mend“, eine schwermütige Pianoballade, angereichert mit Twang-Gitarren gerät zum besten Song des Albums. Die Band setzt am Ende des Songs mit Gitarrensolo ein und der 49-jährige zeigt, dass er doch Songs schreiben kann. Auch das nachfolgende „She’ll Come Around“ kommt so lässig rüber, wie es der Texaner für die ganze Platte vorgesehen hat, aber insgesamt muss man schon zugeben, dass auf „Shades“ etwas wenig geboten wird. Die Songs, die Instrumentierung oder die Arrangements sind mitnichten ärgerlich, mehr als Durchschnitt bekommt man aber ehrlicherweise nicht serviert.

Anspieltipps:

  • Break Apart To Mend
  • She’ll Come Around
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