KT Tunstall - Wax - Cover
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KT Tunstall Wax


  • Label: Rostrum/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende

Die Leserwertung ist erst ab Datum der Veröffentlichung verfügbar.

KT Tunstall mimt die Rockerin wie eine Schauspielerin ihren Charakter. Das macht sie ordentlich, ohne dass sich Hörer je komplett auf die Illusion einlassen können.

KT Tunstall nimmt Cover-Kunst noch ernst. War das letzte Album „KIN“ schon vom Design her eine Ansage Richtung farbenfroh coolem Pop, ist das „Wax“-Cover ein Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Rockmusik. Der Schritt gelingt allerdings nur zur Hälfte, weil sich Tunstall auf halber Strecke querstellt und sich in Sub-Pop-Regionen austobt und auch vor Folk und Country nicht Halt macht. Selbst im vom Rock inspirierten Opener „Little Red Thread“ setzt sich nach seichtem Americana zum Auftakt der Pop durch prägt das Song-Finale. Aber deswegen ist Cover-Art auch eine künstliche Darstellung, die in diesem Fall eine Pop-Musikerin zeigt, die sich gute 40 Minuten als Rockerin ausgibt.

Streng genommen fallen Tracks wie „Human Being“ klar ins Rock-Genre, aber der tanzbare Pop ist durchgehend von Sekunde eins spür- und hörbar. Lieder wie eben jenes „Human Being“ und das folgende „The River“ hätten musikalisch auch synthetische Wege einschlagen können. Der Rock-Sound ist eher ein Gewand, als die Natur der gespielten Lieder. Dieser Umstand stellt auch die Schwäche des Albums dar. Zwar liefert KT Tunstall beispielsweise mit „The River“ eine starke unter einigen guten Melodien ab und setzt in „The Mountain“ Panflöten ohne Ironie und Peinlichkeit ein, aber ihre Musik bleibt nicht hängen.

„Wax“ ist ein Knicks vor der Rockmusik, was spätestens am Songtitel „The Night That Bowie Died“ deutlich wird. KT Tunstalls Rock klingt wie ein auswendig gelerntes Handwerk, aber keines, dass die Musikerin im Blut hat, sodass ihr Handwerk zur Kunst gedeiht. Als vielseitige Songwriterin erweitert Tunstall ihr Portfolio mit „Wax“ um eine beachtliche Note, der allerdings das schlagende Herz fehlt. Stattdessen scheinen Hörer in ihrer Musik ein herrlich gemaltes Herz in verziertem Pop-Rahmen zu betrachten, das mit etwas Vorstellungskraft zu schlagen scheint. Selten ist die Grenze zwischen ordentlichem Handwerk und leidenschaftlicher Kunst so deutlich zu spüren.

Anspieltipps:

  • The River
  • Dark Side Of Me
  • The Mountain

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