The Browning - Geist - Cover
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The Browning Geist


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn The Browning auf „Geist“ viel Potenzial liegen lassen, etablieren sie sich weiter in ihrem Genre.

Einmal gnadenlos wegballern zum Mitnehmen, bitte. Der Auftrag von The Browning ist einfach: alles umhauen, was im Weg steht. Metaler, Mainstream und Dance-Subkulturen dürfen sich auf einer dreiviertelstündigen Tour de Force über sauber produzierte Boxenreinigung freuen, die insbesondere den Mainstream daran erinnert, warum Linkin Park einst zum Massenphänomen mutierte.

„Geist“-Hörer und wahrscheinlich auch die Band werden sich kurz schütteln und wundern, woher die Parallele zu Linkin Park kommen soll, doch schon im Opener kündigen sich Elemente an, die an „Hybrid Theory“ erinnern. Da lauern elektronische Elemente wie Glitches, die sich von Techno und traditionellem Industrial abheben und eine Art Cyberpunk-Metal mit einfließen lassen, auch wenn die Band sich eher als Deathcore versteht. Selbst in deutlich altmodischer vorgetragenen Stücken wie „Beyond Stone“ drängen sich diese Momente auf, die zwischen hämmerndem Schlagzeug, Growls und Shouting nicht untergehen.

Wer sich auch bei zarterem Gemüt auf die Grund-Aggressivität des Albums einlässt, belohnt sich ab „Final Breath“ mit klaren Melodien, die der wuchtigen Musik Form geben. Oft gelingt The Browning auf diesem Weg die eigene Musik zu einer feinen Klinge und nicht bloß einem klobigen Stück Metall zu schmieden. Ein Highlight in dieser Hinsicht ist „Optophobia“, das die eigene Härte und besagten Breitenappeal im Chorus vereint. Der Kontrast zu klassisch gehaltenen Stücken wie „Awaken The Omega“ ist hier besonders stark und dieser Kontrast soll das Album zum Negativen beeinflussen.

Mit der Mitte des Albums geht mit der Band die Experimentierfreudigkeit durch. Vom zwar funktionierenden, aber keineswegs gelungenen Rap-Einsatz in „Carnage“ zur Deathcore-Techno-Nummer „Amnesia“ mit Fremdschamdrops bringt sich die Band ins Straucheln und rettet weder die eigene Härte noch die gelungenen Hooklines ins Ziel. „Geist“ lässt viel vermissen, was scheinbar in Griffweite ist. Aber immerhin: das Potenzial ist weiterhin da und hörbar.

Anspieltipps:

  • Optophobia
  • Final Brath
  • Sick Minds

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