Peter Heppner - TanzZwang - Cover
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Peter Heppner TanzZwang


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Sechs Jahre nach seinem letzten Longplayer ist Peter Heppner zurück. Und das mit einem Doppelschlag. Er veröffentlicht gleich zwei Alben an einem Tag. Dies ist Werk Nummer zwei.

Guns N´ Roses haben es getan, Prince und Bruce Springsteen auch: Sie haben jeweils zwei Studioalben an ein und demselben Tag auf den Markt gebracht. Ein Vorgehen, bei dem Plattenfirmenchefs selbst in Zeiten, in denen sich Musik-CDs noch massenhaft unters Volk bringen ließen (also vor Jahrzehnten…), in Schnappatmung verfallen sind, auch wenn es sich um absolute Topstars handelte, die mit so einer Idee um die Ecke kamen. Die Vermarktung ist nämlich wesentlich schwieriger, weshalb bereits Doppelalben nicht gern gesehen sind, weil sie dem Kunden zu viel Geld aus der Tasche ziehen.

Scheißegal wird sich Peter Heppner (51) gedacht haben, der sein zweites und bis dato letztes Album „My Heart Of Stone“ (05/2012) vor über sechs Jahren herausbrachte und damit die Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz knackte. Der Plan lautete: Wer so lange weg war, darf seine Fans auch mal mit einem Doppelschlag überraschen, der aus 21 (!) neuen Songs besteht und sich auf zwei stilistisch voneinander getrennte Alben aufteilt.

Das Hauptwerk stellt dabei „Confessions & Doubts“ dar, das musikalisch vornehmlich in eine romantisch-melancholische Richtung weist, während Album Nummer zwei, „TanzZwang“ betitelt, den Körper des Hörers in Bewegung setzen soll. An den Songs arbeitete Peter Heppner mit Dirk Riegener und Alex Lys, wobei die tanzorientierten Tracks an verschiedene Künstlerkollegen wie Schiller oder Apoptygma Berzerk weitergereicht wurden, damit diese ihren persönlichen Stil in Remix-Form einbringen konnten.

Das Parallelwerk von „TanzZwang“:

Bild

„TanzZwang“ schickt den geneigten Hörer, wie der Titel bereits verrät, straight auf den Dancefloor, ohne die vorherrschende Melancholie von „Confessions & Doubts“ gänzlich abzuschütteln. Der Hamburger kann kompositorisch eben nicht aus seiner Haut. Und so sind auch diese elf brandneuen, aber komplett externen Remixern unterzogenen Tracks immer noch typischer Peter-Heppner-Sound, der auf „TanzZwang“ einfach ein paar Hummeln mehr im Hintern verabreicht bekommen hat.

Dabei war es eine gute Idee, die Songs aus der Hand zu geben und ein paar Kollegen frischen Input leisten zu lassen. Denn auf diesem Weg entpuppt sich „TanzZwang“ als lebhaftes Pendant zu „Confessions & Doubts“, ohne dass der markante Heppner-Sound verwässert wird. So ist der Ambient-Einfluss eines Christopher von Deylen alias Schiller natürlich unverkennbar („Once again“), doch auch Heppners Dance-Album kommt zu keiner Zeit vom Kurs ab und liefert dem Hörer einen flotten Electro-Pop-Aufgalopp im unverkennbaren Heppner-Stil.

Anspieltipps:

  • Once again
  • All is shadow
  • I will hurt you
  • Fremd in diesem Land
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