Greta Van Fleet - Anthem Of The Peaceful Army - Cover
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Greta Van Fleet Anthem Of The Peaceful Army


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Hype um Greta Van Fleet wird immer größer. Dabei ist „Anthem Of The Peaceful Army“ größtenteils ein reiner Led-Zeppelin-Abklatsch. Und davon gab es schon viele.

Alle Jahre wieder, schafft es eine Band nach oben, die als die nächsten Led Zeppelin gehandelt wird. Ob nun Wolfmother in der jüngeren Vergangenheit oder gar Kingdom Come in den Achtzigern. Manchmal wurden sie gefeiert wie im ersten Fall, manchmal von der Kritik zerrissen, wie letztere. Einiges hatten beide Bands gemein: es wurde ein ziemlicher Hype um sie gesponnen und sie hatten kommerziellen Erfolg. Von Dauer war dies allerdings nicht. Nun kommt mit Greta Van Fleet eine neue junge Band um die Ecke, deren Hype wohl noch größer ist, als bei ihren Vorgängern. Dabei hat das Quartett aus Michigan gerade mal zwei EPs veröffentlicht, die, wenn man ehrlich ist, nicht viel mehr als ein Abklatsch der ersten vier Led-Zeppelin-Alben sind. Selbst Robert Plant, der zwar ganz Gentleman-Like die Band und allen voran Sänger Josh Kiszka lobte, konnte sich in einem Interview ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Nun legen die Jungspunde ihr erstes komplettes Album vor und siehe da, der Opener „Age Of Man“ klingt gar nicht so sehr nach dem bleiernen Luftschiff. Ein rockiger Neil Young trifft auf die eingängigen Pink Floyd, wäre da nicht die Stimme von Josh Kiszka. Selbst ein Song wie „Lover, Leaver (Taker, Believer)“, der sich musikalisch deutlich härter zeigt, klingt nach dem Einsatz des Gesangs nach Led Zeppelin. Der Gesang ist dabei dermaßen von Robert Plant abgekupfert, dass der Hörer meinen könnte, es wären verschollene Aufnahmen. Stimme, Texte und Phrasierungen orientieren sich nicht nur an dem mittlerweile 70-Jährigen, sie ahmen ihn quasi nach, wenn auch noch schriller und deutlich unangenehmer.

Auch Songs wie „The Cold Wind“, „When The Curtain Falls“ und „Watching Over“ bedienen sich musikalisch unverschämt an Page, Plant, Jones und Bonham. Von der Stimme Kiszkas, über die Riffs und Soli seines Bruders Jacob, bis hin zu den Drum-Fills von Danny Wagner. Erst die zweite Hälfte der Platte bietet dann wieder etwas anders. In „You’re The One“ und „The New Day“ dominieren akustische Gitarren und liefern einen countryesken, folkigen Touch. Aber Moment, das haben Led Zeppelin auf ihrem dritten Album auch so gemacht.

Greta Van Fleet geben sich in Interviews teilweise verwundert über die ewigen Vergleiche und werden nicht müde zu betonen, dass auch Bands und Künstler wie Cream, Howlin‘ Wolf und Fleetwood Mac zu ihren Vorbildern zählen, was nicht verwunderlich ist, waren diese doch auch die Vorbilder Zeppelins. Hier und da sind sogar Blues-Einflüsse wie in „Mountain Of The Sun“ zu hören, in dem Jacob Kiszka eine vorzügliche Slide-Gitarre spielt. Ebenso sind Einsprengsel aus dem Alternative-CountrySegment wie in „Brave New World“ vorhanden. Doch über all dem thront die penetrante Plant-Kopie Josh Kiszka, sodass „Anthem Of The Peaceful Army“ leider einen faden Beigeschmack hat. Denn schlecht gespielt oder komponiert ist das Werk mitnichten, es ist aber auch nicht annähernd so innovativ, dass es den Hype um Greta Van Fleet rechtfertigen würde.

Anspieltipps:

  • Age Of Man
  • Mountain Of The Sun

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