Puppy - The Goat - Cover
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Puppy The Goat


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Puppy entpuppen sich auf „The Goat“ als die rebellischen Cousins der frühen Jimmy Eat World.

Der Name hätte verraten sollen, das Puppy gar nicht so düster sind, wie das Album mit Totenkopf und Co. erwarten lässt. Das Debütalbum der Briten erzwingt sich einen dunklen, ernsten Unterton, der sich in fett produzierten Riffs und Thematiken ergießt. Gleichzeitig macht das Album nahezu von Beginn an deutlich, dass das Trio in eingängige Melodien verliebt ist, die gerne in die süßlichen Gefilden von Jimmy Eat World abdriften.

Dieses süßliche Element fällt in „Nightwalker“ schon mal so stark ins Gewicht, dass Hörer sich wundern, ob sie noch die gleiche Band geschweige denn das gleiche Album hören. Das ist nicht als Kritik an der weichen Seite der Hardrocker zu verstehen. In „Nightcrawler“ scheinen Puppy mehr in ihrem Element als an vielen anderen Stellen. In diesem Zusammenhang lässt sich auch die Auswahl der Vorabsingle kritisch kommentieren. „Black Hole“ ist ein solider Track, um ein Hardrock-Album loszutreten, aber direkt im Anschluss offenbart die Band erst ihre echte Stärke.

Während „Black Hole“ trotz gegensätzlicher Aussagen der Band ziemlich ernst herüberkommt, offenbart sich allein in „Vengeance“, was Puppy wahrscheinlich erreichen wollten. „Vengeance“ ist der eine Track auf „The Goat“, der die butterweichen Gesangsmelodien und die harten Riffs in einer Form zusammenführt, die klickt. Ansonsten sind Hörer davon abhängig, dass der jeweilige Song sie am einen oder am anderen Ende abholt. Im schlimmsten Fall bleibt wie bei „And So I Burn“ die Ungewissheit zurück, ob diese Musik den einen nicht zu hart und den anderen wiederum zu weich ist.

„The Goat“ ist ein Album, auf welchem die Band sich oftmals zu sabotieren scheint. Der Chorus lädt in der Regel zum Aufbegehren ein, während die Gitarren Hörer mit dunklen Klangfarben an den Boden ketten. Eingedeutscht sprechen wir bei einer solchen Wirkung von mixed messages. Nie ist klar, ob Puppy uns zum Headbangen oder zum leidenschaftlich Mitsingen animieren will. Natürlich ginge beides. Das Potenzial deutet sich an, kann sich bei solch innerlich zerrissener Musik aber viel zu selten entfalten.

Anspieltipps:

  • Vengeance
  • Poor Me
  • Nightwalker

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