Leader Of Down - Cascade Into Chaos - Cover
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Leader Of Down Cascade Into Chaos


  • Label: Cleopatra Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Dies ist kein Erinnerungsstück für die Vitrine, sondern ein Hardrock-Album zum Abrocken, verflucht nochmal!

Leader Of Down ist ein spezielles Album, das lange im Musik-Purgatorium sein Dasein fristete. Und die Unentschlossenheit vor der Veröffentlichung ist nachvollziehbar. Das Projekt Leader Of Down entstammt Motörhead-Gitarrist Würzel, der vor gut sieben Jahren verstarb. Lemmy, der ebenfalls auf „Cascade Into Chaos“ zu hören ist, folgte 2015. Nun stellt sich von vornherein die unangenehme Frage, ob hier mit dem Talent von Toten Geld gemacht wird oder ob es ein Dienst an die Künstler ist, ihre Darbietung auch ohne ihr Beisein zu feiern.

Wer sich gar nicht erst mit dieser Debatte beschäftigt, hat weitaus weniger Sorgen bei der Betrachtung eines fast schon typischen Spin-Off-Albums. „Cascade Into Chaos“ ist ein geradliniges Hardrock-Album, auf welchem sich die Musiker in altmodischer Manier austoben dürfen. Kein Zwang in Sachen Fortentwicklung, keine Hürden zu bezwingen, die Musiker mit ihren Leistungen vorher selbst geschaffen haben. „Cascade Into Chaos“ rockt einfach drauf los und legt eine mögliche Ehrfurcht vor sich selbst ab. Wer die Urheber trotz kurzer Sprachaufnahmen Würzels ignoriert, der bekommt angenehmen Hardrock, der immer in Bewegung bleibt.

Ausgerechnet der Opener „Paradise Turned Into Dust“ tut sich schwer, das ALbum in Bewegung zu setzen, aber ab dem Titeltrack rockt die Band ohne Höhen und Tiefen fröhlich vor sich hin. Die Lieder machen allesamt Spaß, klingen aber auch irgendwie gleich, abzüglich der typischen Balladen. Audiophile merken zudem sofort, dass Leader Of Down teils auf Demo-Aufnahmen zurückgreifen „mussten“, weil Würzel leider nicht mehr ist. Dank des dreckigen Sounds lässt sich bei weniger kritischer Betrachtung aber auch darüber hinwegsehen.

Ein wenig Feinschliff hätte aus „Cascade Into Chaos“ seinerzeit ein richtig feines Rockalbum machen können. „Feel Good“, „Punch & Geordie“ sowie der Titeltrack zeigen eindrucksvoll, dass simple Rockstrukturen und leidenschaftliche Gitarrensoli zeitlos sind und bei gekonntem Einsatz kurzweilige Unterhaltung garantieren. Wer dem Projekt Leader Of Down wirklich Respekt zollen will, der ignoriert die Geschichte um das Album und genießt rund 35 Minuten krachenden Hardrock ohne groß nachzudenken.

Anspieltipps:

  • Feel Good
  • Cascade Into Chaos
  • Punch & Geordie
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