The 1975 - A Brief Inquiry Into Online Relationships - Cover
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The 1975 A Brief Inquiry Into Online Relationships


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

The 1975 werden mit diesem pompösen Album anecken. Und das ist bei all der Langeweile in der aktuellen Popmusik auch gut so!

Matthew Healy (Gesang, Gitarre), Adam Hann (Gitarre), Ross MacDonald (Bass) und George Daniel (Drums) formierten sich als Teenager zu einer Schülerband, die seit dem Jahr 2011 fest auf den Namen The 1975 hört und bis dato zwei Studioalben auf den Markt brachte. 2½ Jahre nach „ For You Are So Beautiful Yet So Unaware Of It“ (02/2016) legt die ursprünglich aus Manchester stammende Band nun ihr drittes Werk „A Brief Inquiry Into Online Relationships“ vor, das erstmals in Eigenregie produziert und nicht wie die beiden Vorgänger von Mike Crossey (u.a. Foals, Keane, The Kooks, The Enemy) betreut wurde.

Nach mehr als 4,3 Millionen verkauften Alben machen sich The 1975 also völlig frei und wagen den Schritt in die völlige künstlerische Eigenständigkeit. Bewiesen wie es geht, hat das Quartett ja bereits. Jetzt wollen The 1975 ihren stets eingängig gestalteten Pop auf ein neues Level heben und damit eine Album-Trilogie zum Ende bringen. Dazu hat sich Frontmann Matthew Healy seiner Drogensucht gestellt und einen Entzug gemacht. Inhaltlich ist diese Lebensphase in die Texte der neuen Songs eingeflossen, während sich The 1975 musikalisch relativ breit und facettenreich aufstellen. Dabei unterstreichen die Engländer noch einmal, warum sie insbesondere in den USA so erfolgreich sind.

The 1975 bauen „A Brief Inquiry Into Online Relationships“ im erzählerischen Stil eines Konzeptalbums auf, mit dem sie sich stilistisch nicht nur auf Mainstream-Pop festlegen lassen wollen. So bauen die Briten immer wieder R&B-Einflüsse („Sincerity is scary“) und kleine Autotune-Exzesse („I like America & America likes me“) in den Fluss des Albums ein, das sich darüber hinaus an Filmmusik heranwagt („The man who married a robot / Lovetheme“), die mit Jazz/Swing-Exkursen gepaart wird („Mine“) und als zentrale Monolithen ein Bündel extra-zarte Liebeslieder bereithält („Be my mistake“, „Surrounded by heads and bodies“, „I couldn’t be more in love“, „I always wanna die“).

Freilich darf auch hymnisch funkelnder Radio-Pop nicht fehlen, wenn The 1975 schon zu den ganz großen Gesten ausholen („Inside your mind“, „It's not living (if it's not with you)“), die sicher auch polarisieren werden. Denn die Band trägt mit ihrem dritten Album streckenweise ziemlich dick auf und tänzelnd irgendwo zwischen Größenwahn und Genialität. Damit setzten sich schon Queen in den 70er Jahren zwischen alle Stühle, was zur Folge hatte, dass The 1975 mit diesem Album anecken werden. Und das ist bei all der Langeweile in der aktuellen Popmusik auch gut so.

Anspieltipps:

  • Mine
  • Inside your mind
  • Give yourself a try
  • Love it if we made it
  • I always wanna die (sometimes)
  • It's not living (if it's not with you)
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