Jean-Michel Jarre - Equinoxe Infinity - Cover
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Jean-Michel Jarre Equinoxe Infinity


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Zum 70. Geburtstag des Meisters bleibt es nicht nur bei einer Werkschau, die vor zwei Monaten erschien. Es gibt sogar noch ein neues Album oben drauf.

Lange Zeit war es still um Jean-Michelle Jarre, was neues Studiomaterial betrifft. Doch seit Ende 2015 haut der französische Elektro-Pionier seine Musik fast wie am Fließband raus. Den zwei Teilen der groß angekündigten „Electronica“-Reihe folgten die dritte Ausgabe von „Oxygene“ (12/2016) sowie die Jubiläumswerkschau „Planet Jarre“ (09/2018). Letzte hat noch keine zwei Monate auf dem Buckel, da steht mit „Equinoxe Infinity“ bereits das nächste Album des 70-Jährigen in den Läden – und zwar in zwei verschiedenen Cover-Ausführungen sowie als Deluxe-Box. Auf diese Weise braucht der geneigte Jarre-Fan auf einmal wieder ein dickes Portemonnaie, wenn er dem Meister der elektronischen Musik standesgemäß folgen möchte.

Nachdem Jean-Michel Jarre vor gut zwei Jahren eine Fortsetzung des 1976er Werks „Oxygene“ schrieb, ist nun die Fortführung des „Equinoxe“-Albums an der Reihe, das ursprünglich im Jahr 1978 erschien und von vielen Fans für eine Weitererzählung am meisten favorisiert wurde. Und so liegt auf den Tag genau 40 Jahre nach dem Original das musikalische Erbe des Konzeptalbums um die sogenannten „Beobachter“ vor, das sich mit Themen wie künstliche Intelligenz („Robots don’t cry“) und der Zukunft des Menschen befasst, die von Maschinen zerstört wird („Machines are learning“).

Bild

Was Jean-Michel Jarre als „Equinoxe auf Stereoiden“ bezeichnet, soll zwar keine sture Fortsetzung einer Story sein, die ursprünglich nie richtig aufgeklärt wurde. Dennoch ist die künstlerische Basis geprägt von Selbstzitaten und Anleihen. Damit schlägt eine nette Brücke zwischen dem Hier und Jetzt und seinen Anfängen in den 70er Jahren, die heute sicher nicht mehr so revolutionär und bahnbrechend wie damals klingen, aber auch keine langweilig-verschwurbelten Soundszenarien darstellen, die von einem scheinbar ewiggestrigen Klangtüftler abgesondert werden.

„Equinoxe Infinity“ malt nicht unbedingt eine rosige Zukunft für die Menschheit, auch wenn die beiden unterschiedlichen Artworks von Filip Hodas in Orange und Blau verschiedene Szenarien andeuten. Denn dazu ist der Sound insgesamt zu getragen und düster, als dass der Mensch in Jarres Zielbild die Herrschaft über die Maschinen für sich gewinnen könnte. So wabert das Album mit fast der gleichen Spielzeit wie das Original bis auf den zentralen Track „Infinity (movement 6)“ unspektakulär und wenig Zuversicht verbreitend vor sich hin, ohne denselben Stempel in den Geschichtsbüchern zu hinterlassen wie „Equinoxe“.

Anspieltipps:

  • The opening
  • Flying totems
  • Equinoxe infinity
  • Machines are learning
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