Assaf Kacholi - Amore - Cover
Große Ansicht

Assaf Kacholi Amore


  • Label: Springstoff/INDIGO
  • Laufzeit: 57 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Assaf Kacholi bewältigt den Adoro-Effekt auch im Alleingang und vermischt Pop und Klassik mit teils überragenden Ergebnissen.

Weg mit den Fesseln, her mit den eigenen Ideen. Auch wenn Adoro-Fans sich den Namen Assaf Kacholi nicht merken konnten, so erkennen sie den Adoro-Geist auf „Amore“ von Beginn an. Zwar erlaubt sich Kacholi im Alleingang mehr Ausflüge in die Klassik- und Chansonwelten anderer Kulturen und Sprachen, doch die Annäherung zwischen Klassik und Pop ist auch auf seinem Soloalbum „Amore“ das zentrale Thema.

Clever beginnt Kacholi das Album mit einem Evergreen wie „Bella Ciao“, den jeder kennt. Das entscheidende Stück auf „Amore“ ist jedoch das anschließende „La Forza“, das verdeutlicht, dass der gelernte Tenor keine Angst hat, seine Musik an moderne Hörgewohnheiten anzupassen. Von treibenden Bässen bis hin zum Avicii-Gedächtnis-Drop: Kacholi macht vor nichts Halt, um der jüngeren Zielgruppe sowie dem gemeinen Radiohörer klassische Chansons näherzubringen.

Was als bloßer Marketing-Gag hätte enden können, ist ein über eine knappe Dreviertelstunde aber tiefes Pop-Werk, wenn Hörer es so verstehen möchte. Zwar sind die Lieder in der Regel keine eigens kreierten Werke, aber die Arrangements wurden bewusst auf ein Publikum von Heute zugeschnitten. Wer sich vom Auftakt-Trio dieses Albums packen lässt, der ist bereits zufrieden. Ein alter Gassenhauer in Form von „Bella Ciao“, ein Klassik-Pop-Radio-Hit namens „La Forza“ und die Ballade „SeTu Fossi“ sind Überzeugung genug.

Assaf Kacholi hat wahrscheinlich gar nicht den Anspruch, seinen Zuhörern Weltbewegendes zu präsentieren. Stattdessen überhauft er sie mit dem Bravado und Pathos des Operngesangs. „Amore“ weiß zu jedem Zeitpunkt, was es ist. Dies ist ein Album, das dem Titel entsprechend die Liebe des Hörers zu orchestralen Arrangements und klassischem Gesang wecken soll. Die richtigen Zutaten hat dieses Album zumindest. Mit Radio-Edits und deutschsprachigen Versionen bekannter Lieder scheint „Amore“ nichts dem Zufall überlassen zu wollen. Wichtiger ist am Ende wahrscheinlich eher, ob der Name Kacholi in Verbindung mit Adoro genug Käufer hinter dem Ofen hervorlockt. Das Album selbst hätte es als Ansporn zur musikalischen Horizonterweiterung durchaus verdient.

Anspieltipps:

  • La Forza
  • Se Tu Fossi
  • Unusual Way

Neue Kritiken im Genre „Klassik-Pop“
5/10

Let There Be Cello
  • 2018    
6/10

Irgendwo Auf Der Welt
  • 2017    
Diskutiere über „Assaf Kacholi“
comments powered by Disqus