Eric Bibb - Global Griot - Cover
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Eric Bibb Global Griot


  • Label: Dixie Frog/H'ART
  • Laufzeit: 95 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einem Doppelalbum hat sich Eric Bibb etwas zu viel vorgenommen. Die Songs auf „Global Griot“ ähneln sich gerade in der zweiten Hälfte dann doch zu sehr.

Im letzten Jahr legte Eric Bibb mit „Migration Blues“ ein Gemisch aus Roots und Blues vor, das wie immer mit politischen Botschaften versehen war und Fans wie Kritiker gleichermaßen begeisterte. Für sein neues Doppelalbum „Global Griot“ arbeitete der amerikanische Wahleuropäer mit einer ganzen Armada von Musikern zusammen und nahm in verschiedensten Ländern wie Ghana, Jamaika, den USA oder Frankreich auf. Diese verschiedenen Einflüsse hört man, denn „Global Griot“ birgt neben Blues, Roots und Folk auch immer wieder deutliche Elemente der Worldmusic, die eine weitere Leidenschaft des immer noch ziemlich jugendlich aussehenden 67-jährigen ist.

Der Opener „Gathering Of The Tribes“ vereint direkt all diese Einflüsse. Doch obwohl der Song virtuos gespielt und interessant instrumentiert ist, wird diese Mischung aus bluesigen Elementen und afrikanischen Elementen schnell anstrengend. Nach der Reggae-Nummer „Wherza Money At“ folgt mit „Human River“ eine sumpfige Bluesnummer mit akzentuierter Slidegitarre. Textlich spricht Bibb gewohnt politische und gesellschaftliche Problematiken an, blickt aber hoffnungsvoll in die Zukunft: „But I can see a new world coming, a world free from fear and hatred, a wonderful world living in peace, where every life is sacred:“ Das Roots-dominierte „What’s He Gonna Say Today“ nimmt dann Donald Trump aufs Korn und auch wenn er ihn nicht namentlich nennt, ist schon beim Titel klar von wem dieser Song handelt. Politisch brisant bleibt es auch mit dem Cover von Big Bill Broonzys Rassismus-Abrechnung „Black, Brown & White“, die leider immer noch aktuell ist. Der Song selbst, ist zum Glück immer noch hervorragend. In „Brazos River Blues“ gibt Eric Bibb den akustischen Bluesman, allerdings nicht ohne dem klassischen Shuffle eine eigene Note zu verleihen.

Im Anschluss wird aber deutlich, dass sich Eric Bibb mit 25 Songs dann doch vielleicht etwas zuviel vorgenommen hat. Musikalisch plätschert nun doch so einiges nichtssagend vor sich hin („Hoist Up The Banner“, „Listen For The Spirit“, „Send Me Your Jesus“), wiederholt die Worldmusic-Passagen („Mama Wati“) oder es gibt folkiges Fingerpicking („A Room For You“, „Picture A New World“). „Race & Equality“ mit hypnotischer Gitarrenfigur, der erneute Reggae „Grateful“ und die Gute-Laune-Nummer „Let Good“, sowie „Mole In The Ground“, das folkig beginnt und dann Reggae-Einflüsse zulässt, stechen noch heraus. Nach einem guten ersten Drittel flacht „Global Griot“ doch deutlich ab. 95 Minuten Musik müssen zwar erstmal verarbeitet werden, aber gerade in der zweiten Hälfte ähneln sich die Songs doch zu sehr. Musikalisch interessant und handwerklich gut gemacht ist das Album, mit der Hälfte der Songs wäre es auch gut und konsistent.

Anspieltipps:

  • Human River
  • What’s He Gonna Say Today
  • Black, Brown & White
  • Race & Equality
  • Mole In The Ground

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