Hank Von Hell - Egomania - Cover
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Hank Von Hell Egomania


  • Label: Century Media/Sony Music
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Selbst mit einem „nur“ soliden Album lässt Hank Von Hell seine ehemaligen Bandkollegen hinter sich.

Die Turbojugend dreht sich längst nicht mehr nur um die Band Turbonegro, ist viel mehr zu einer Art Gruppentreffen ehemaliger Punker geworden, bei dem die Musik der namensstiftenden Band zweitrangig geworden ist. Das mag zum einen daran liegen, dass die Band mit „Sexual Harrasment“ und kürzlich „Rock’n’Roll Machine“ zwei ziemlich stumpfe und einfallslose Alben voller Rock’n’Roll-Plattitüden veröffentlicht hat. Der andere Umstand ist, dass mit Hank Von Hell der Band ihr charismatisches Aushängeschild vor acht Jahren abhandengekommen ist und Neuzugang Anthony Madsen-Sylvester diese Fußstapfen nicht mal annähernd ausfüllen kann. Hank Von Hell hat in der Zwischenzeit mit „Doctor Midnight & The Mercy Cult“ eine neue Band gegründet, saß in der Jury des norwegischen Ablegers von „Deutschland sucht den Superstar“ und legt nun mit „Egomania“ sein erstes Soloalbum vor.

Dieses wird vom Titelstück eröffnet und Hans Erik Dyvik Husby, so der bürgerliche Name des mittlerweile 46-jährigen, lässt selbst mit diesem soliden Hardrocker seine ehemaligen Bandkollegen hinter sich. Im Fahrwasser der Hellacopters und seiner eigenen Vergangenheit ist dies nicht der ganz große Wurf, aber allemal besser, als alles auf „Rock’n’Roll Machine“. „Pretty Decent Exposure“ gerät ähnlich, wenn auch schneller. Die Vorabsingle „Bum To Bum“ ist genau das, was von Von Hell erwartet. Schweinerock im Stil von Danko Jones, gewürzt mit einer Prise Motörhead und einem Hauch der guten Tage von Hardcore Superstar und das alles vermischt mit poppigen Hooks und Melodien. Daran knüpft der Partyrocker „Bombwalk Chic“, nach dem metallastigen „Never Again“ nahtlos an. „Wild Boy Blues“ prinzipiell auch, wenn auch hier die Gesangsmelodien teilweise etwas vorhersehbar und einfallslos wirken.

„Too High“ kommt mit untermalenden Orgelsounds und prägnanten Leadgitarren wieder deutlich hardrockiger daher, bevor „Adios (Where’s my Sombrero?)“ das Album beschließt. Das fünfminütige Stück beginnt langsam und pathetisch, bevor ab etwa der Hälfte ordentlich aufs Gaspedal getreten wird. Diese Art von Song kennt man noch aus früheren Turbonegro-Zeiten Ehrlicherweise muss man zugeben, dass Hank Von Hell nichts außergewöhnliches aufgenommen hat. „Egomania“ ist ein solides Rockalbum mit einer Mixtur aus Punk-, Hard- und Heavy Rock. Trotzdem gelingt ihm was seiner ehemaligen Band auf ihren letzten Alben nicht gelang. Die Platte macht Spaß, wirkt authentisch und ehrlich.

Anspieltipps:

  • Bum To Bum
  • Bombwalk Chic
  • Too High

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