Mumford & Sons - Delta - Cover
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Mumford & Sons Delta


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 62 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
3.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Delta“ ist ein über weite Strecken seelenloser Pop-Gemischtwarenladen mit Themen wie Tod, Scheidung, Drogen und Depressionen. Vielen Dank auch!

Auf ihrem letzten Studioalbum „Wilder Mind“ (05/2015) hatten Mumford & Sons eine leichte Kurskorrektur eingeleitet und ihre ursprünglichen Folk-Pfade in Richtung Pop- und Rockmusik verlassen. Auch wenn die Band aus London mit dem Werk nicht mehr die Verkaufszahlen ihrer ersten beiden Studio-Longplayer erreichen konnte, war diese Entscheidung aus kommerzieller Sicht die richtige. Denn der Folk-Hype, den sie selbst lostraten, ist längst verebbt, sodass sich mit „Wilder Mind“ zur rechten Zeit neue Türen öffnen konnten und die Band im nunmehr zehnten Jahr ihres Bestehens auch weiterhin eine Daseinsberechtigung hat.

Dass der Reifeprozess von Marcus Mumford, Winston Marshall, Ben Lovett und Ted Dwane weder beendet noch zum Stillstand gekommen ist, soll nun das neue Album von Mumford & Sons beweisen, das sich inhaltlich um die großen vier D‘s „Death, Divorce, Drugs und Depression“ dreht und musikalisch nochmals neue Facetten außerhalb des Folk und der Popmusik aufgreift. Dafür hatte das Quartett knapp zwei Dutzend Songs geschrieben, von denen am Ende 14 auf „Delta“ gelandet sind. Produzent des Albums ist Paul Epworth (u.a. Florence + The Machine, Rihanna, Maximo Park, Adele), der die Aufnahmen in den „The Church“-Studios im heimischen London betreute.

Nicht wenige Fans der ersten Longplayer aus dem Hause Mumford & Sons waren über den auf „Wilder Mind“ eingeschlagenen Weg wenig erfreut. Der markante Banjo-Sound wurde geopfert und poppige Songstrukturen mit allem dazugehörigen Brimborium nahmen die Vormachtstellung ein. Diesen stärker dem Mainstream zugewandten Klängen bleiben Mumford & Sons auch auf „Delta“ treu, wobei sie es auch diesmal nicht schaffen, wiedererkennbare Markenzeichen herauszuarbeiten, mit denen sie sich von anderen Pop-Bands unterscheiden können. Stattdessen bewegen sich die vier Briten permanent in der Schnittmenge aus „ganz nett“ und „belanglos“.

Auf diese Weise plätschert das fraglos satt produzierte Werk ohne zu stören aus den Lautsprechern und erweist sich als hübsche Hintergrundmusik, die niemanden wehtut und keine Emotionen freisetzt. Es ist klar: Wer an „Sigh No More“ (10/2009) oder auch „Babel“ (09/2012) zurückdenkt, hat diese Band definitiv anders in Erinnerung. So aber legen Marcus Mumford und seine Mitstreiter einen über weite Strecken seelenlosen Gemischtwarenladen aus symphonischem Bombast („The wild“), zerfaserten Balladen („October skies“) und öden Popsongs vor („Rose of Sharon“), der den Hörer einfach nicht berührt.

Anspieltipps:

  • 42
  • Beloved
  • Picture you
  • Guiding light
  • October skies
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