Mark Knopfler - Down The Road Wherever - Cover
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Mark Knopfler Down The Road Wherever


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 79 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
3.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Stark auf 70 Jahre zugehend, liefert Mark Knopfler endlich mal wieder ein zwingendes Werk ab, das mit seiner entspannten Stimmung wie geschaffen für trübe Herbsttage ist.

Früher, im guten alten Vinyl-Zeitalter, wäre ein Werk wie die Deluxe-Ausgabe von Mark Knopflers „Down The Road Wherever“ als Doppelalbum auf den Markt gekommen, weil sich sonst die schiere Menge an Songs (16) bei fast 80 Minuten Spielzeit gar nicht anders hätte bändigen lassen. Heutzutage quetscht man alles auf eine CD, steckt diese in eine schnöde Papphülle und leiert sich ein knappes 08/15-Booklet aus den Rippen. Kein Wunder, dass die wenigen verbliebenen CD-Käufer immer mehr von der Stange gehen, wenn sie für ein mehr oder weniger sämtliche Sinne ansprechendes Produkterlebnis immer öfter tief in die Tasche greifen müssen, um sich zu Super-Deluxe-Ausgaben aufgebrezelte Editionen ins Haus zu holen und die Musik am Ende nicht das halten kann, was der Preis dieser Box-Sets verspricht.

Auf diese Weise wirft auch Mark Knopfler seit vielen Jahren seine soliden, aber nicht großartigen Werke auf den Markt, von denen er (freilich auch zusammen mit seiner Ex-Band Dire Straits) in seiner bisherigen Karriere mehr als 120 Millionen Stück verkauft hat. Das neueste im Bunde ist das besagte „Down The Road Wherever“, das mit seiner angestammten Begleitband (allen voran Guy Fletcher, der auch produzierte) entstanden ist und den für ihn typischen, sehr entspannten Country-, Roots- und Folk-Pop enthält. Musikalische Überraschungen können damit vorab schon mal begraben werden. Und vermutlich will die auch keiner der Knopfler-Fans ernsthaft hören.

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Die Anhänger des Gitarrenvirtuosen dürften allein schon mit den vertrauten Klängen in Songs wie „Back on the dance floor“ oder auch „Nobody’s child“ glücklich sein, wenn Knopfler seine markanten Licks über relaxt dahinfließende Rhythmen legt und dazu wie ein gemütlicher Großonkel im Schaukelstuhl vor sich hin brummt. Dann erzählt er von Zuhause („Just a boy away from home“) und von der Ferne („Drover’s road“), von damals („Rear view mirror“) und von heute („Slow learner“). Er singt von der Liebe („When you leave“) und von der Einsamkeit („Matchstick man“) – und dies immer mit der nötigen Nonchalance, um nicht wichtigtuerisch daherzukommen.

Erdig, rustikal und knurrig, aber auch sanft, verspielt und beseelt: Mark Knopfler (69) präsentiert auf „Down The Road Wherever“ ausführlich all seine Markenzeichen. Und diese deutlich zwingender, als auf den beiden vorherigen Werken, die höchstens ganz nett, doch nie herausragend waren. Dieses hat sich nun, nicht über die gesamte Spielzeit, aber doch über weite Strecken hörbar gewandelt. Mark Knopfler verbaut dazu dezente Grooves und Bläser-Riffs („Nobody does that“), hypnotische Fiddle-, Low-Whistle- und Flötenklänge („Drover’s road“) sowie seine unverkennbar schwebenden Gitarrenspuren („One song at a time“).

Aus all diesen Zutaten ergibt sich ein wunderbar entschleunigtes Album, das perfekt in die herbstliche Jahreszeit passt, wenn man es sich mit einer Tasse Tee vor dem Kamin gemütlich macht, während draußen Sturm und Regen toben und kein Hund vor die Tür gejagt werden möchte.

Anspieltipps:

  • My bacon roll
  • Drover’s road
  • Nobody’s child
  • Matchstick man
  • • Back on the dance floor

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