Eric Clapton - Happy Xmas - Cover
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Eric Clapton Happy Xmas


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende

Die Leserwertung ist erst ab Datum der Veröffentlichung verfügbar.

Ein paar Songs weniger und die Ausfälle, die leider vorhanden sind, wären weg und es gäbe nichts zu meckern.

Eric Clapton hat in seiner bald sechzig Jahre andauernden Karriere schon so einiges gemacht. Er hat Grammys gewonnen, Supergroups gegründet und aufgelöst, ist mehrfaches Mitglied der Rock And Roll Hall Of Fame und wurde früher als Gitarrengott verehrt. Nun bringt Clapton sehr pünktlich zum Weihnachtsgeschäft etwas heraus, was er noch nicht gemacht hat: ein Weihnachtsalbum. Da der mittlerweile 73-Jährige in den letzten Jahren und auf seinen letzten Alben eher sporadisch selbst Songs geschrieben hat, passt dies natürlich bestens. Wirft man einen Blick auf die Trackliste von „Happy Xmas“ stellt man allerdings fest, dass sich Clapton nicht nur die bekanntesten und zum Teil zu oft gespielten Weihnachtsklassiker ausgesucht hat, sondern durchaus etwas tiefer gegraben hat.

Den Anfang macht mit „White Christmas“ trotzdem eines der wohl bekanntesten Lieder aus dem Weihnachtskosmos. Und siehe da, das klingt ziemlich gut. Clapton macht aus dem Klassiker eine coole und lässige Blues-Nummer, die Dank des Pianos und der swingenden Licks Weihnachtsspirit versprüht. „Always In A Manger“ ist dann mehr Pop, denn Blues, aber ausgerechnet das einzige von Clapton geschriebene „For The Love On Christmas Day“ ist reine Popmusik, die etwas zu kitschig gerät. „Christmas Tears“ gerät dann zum Glück wieder bluesig und Clapton zeigt, dass er in diesem Genre zu Hause ist. Dann kommt allerdings der Tiefpunkt des Albums. „Jingle Bells“ ist bis zur Unkenntlichkeit entstellt, würde man den Titel nicht lesen, würde man nicht glauben, dass es dieser Song sein soll. Anscheinend als Hommage an Avicii gedacht gibt es in dem mit elektronischen Beats unterlegten Instrumental repetitive Gitarrenmelodien, die mit dem eigentlichen „Jingle Bells“ nichts zu tun haben. Das hätte sich Eric Clapton sparen können und müssen.

Besser steht im da schon das groovende „It’s Christmas“ mit stilsicheren Sleigh-Bells, der klassische Weihnachtsswing „Christmas In My Hometown“ oder natürlich der knarzende Shuffle „Lonesome Christmas“ zu Gesicht. „Silent Night“ will mit Chorgesang und leichten Slide-Gitarren-Tupfern dann wiederum nicht so wirklich funktionieren, am Ende zeigt Clapton, dann nochmal wie er das ganze Album hätte machen sollen. „Merry Christmas Baby“ bluest vorzüglich, „Have Yourself A Merry Little Christmas“ ist zwar durchaus kitschig, aber die ganz leichten Bluestupfer durch Claptons Licks passen gut dazu. Mit „Happy Xmas“ liefert Eric Clapton ein größtenteils solides Weihnachtsalbum. Schön wäre es gewesen, er hätte diesen Weihnachtssongs ausschließlich bluesige Gewänder verliehen. Ein paar Songs weniger und die Ausfälle, die leider vorhanden sind, wären weg und es gäbe nichts zu meckern.

Anspieltipps:

  • White Christmas
  • Christmas Tears
  • Lonesome Christmas
  • Merry Christmas Baby

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