Heino - ... Und Tschüss (Das Letzte Album) - Cover
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Heino ... Und Tschüss (Das Letzte Album)


  • Label: Starwatch/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
3.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das angeblich finale Album von Schlagerbarde Heino. Kann man glauben, muss man aber nicht glauben.

So, dies soll es nun also sein: Das finale Album von Schlager- und Volksmusikbarde Heinz Georg Kramm alias Heino (79). Dieser wird in wenigen Wochen 80 Jahre alt, was er zum Anlass nimmt, um sich mit einer letzten Platte und einer großen Tournee nach mehr als 50 Millionen verkauften Tonträgern und 50-jähriger Karriere von seinem Publikum zu verabschieden. Ob er sich am Ende auch daran halten wird, wenn ihm vor Langeweile die Decke auf den Kopf fällt oder ihm seine Frau Hannelore auf den Zeiger geht, wird die Zukunft zeigen. Für ein Comeback ist es schließlich nie zu spät.

Der vermeintlich letzte Heino-Longplayer wurde mit rheinischem Frohsinn auf den Namen „… Und tschüss“ getauft und enthält 14 launige Lieder, die sich – wie schon die Alben der jüngsten Vergangenheit – munter durch deutsches Pop-Liedgut covern. Wem der Abschied besonders schwerfällt, sollte in diesem Zusammenhang am besten zur Deluxe-Ausgabe von „… Und tschüss“ greifen, die eine zweite CD mit 21 „Kult-Hits“ aus Heinos langer Karriere beinhaltet. Das Hauptwerk macht dagegen mit einem Duett mit Wolfgang Petry („Ich atme“) von sich reden und hält Songs bereit, die im Original u.a. von den Toten Hosen, Xavier Naidoo, Kraftwerk, Hubert Kah, Trio und Karat stammen.

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Eine bereits eingespielte Coverversion von Rammsteins „Engel“ musste dagegen wieder vom Album genommen werden, da die Plattenfirma der Band eine Veröffentlichung verboten hat. Dennoch bleibt auch so eine wahrhaft bunte Mischung, mit der es Heino scheinbar allen Hörern recht machen will. So fängt die Reise mit Klassikern der neuen deutschen Welle an („Da, da, da“, „Sternenhimmel“), die Heino mit gewohnt rollendem „R“ eingesungen hat und arbeitet sich vor bis zu hin zu klassischen Stücken wie „Mackie Messer“, „La Palomoa“ und „Für dich soll’s rote Rosen regnen“, das von Heinos Frau Hannelore eingesungen wurde.

So verabschiedet sich der teutonische Barde mit einer Songauswahl, die Gott sei Dank nicht so geschmacksverirrt ausfällt, wie auf den letzten beiden Alben „Schwarz blüht der Enzian“ (12/2014) und „Arschkarte“ (04/2016). Zwar sollte der Hörer keine allzu hohen Erwartungen an die Art und Weise der musikalischen Umsetzung haben , da die Originale einfach wie von einer Amateur-Party-Band nachgespielt werden und dabei jegliche Ecken und Kanten vermieden werden, doch mit augenzwinkernden Grüßen an die Bundeskanzlerin („Bilder im Kopf (Angie)“) und Heidi Klum („Das Model“) beweist der 79-Jährige zumindest Humor.

Pop, Schlager, Jazz (!), Volksmusik – Heino bedient auf seinem Abschiedsalbum, wie schon in seiner ganzen Karriere, einen ziemlichen Gemischtwarenladen, der musikalisch auf relativ schwachem Niveau wandelt, den Hörer aber trotzdem milde stimmt. Denn Heino will nicht mehr provozieren wie zuletzt, sondern einfach noch mal allen die Hand reichen. Dabei gelingen leider nur ein paar wenige Stücke („Das Model“, „La Paloma“, „Mackie Messer“), aber nach den unterirdischen Vorgängerwerken ist ein Werk wie dieses zumindest in Ansätzen für einen adäquaten Abschied tauglich. In diesem Sinne: „Reise des Lebens, ich werde weiterziehen. Was bleibt für immer sind meine Melodien“.

Anspieltipps:

  • Das Model
  • La Paloma
  • Dieser Weg
  • Bilder im Kopf (Angie)
  • Über sieben Brücken musst du geh‘n

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