The Beatles - White Album (50th Anniversary Edition) - Cover
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The Beatles White Album (50th Anniversary Edition)


  • Label: Apple/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 170 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
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Mit dem weißen Album bogen die Beatles im November 1968 auf die Zielgerade ihrer Karriere ein. Jetzt feiert der Brocken 50-jähriges Jubiläum.

Die Gelehrten mögen sich noch immer darüber streiten, ob nun 1967 oder doch 1968 das historisch wichtigere Jahr in der Geschichte der Pop- und Rockmusik ist. Am Ende sind dies nichts weiter als – zugegeben – kultig-nette Nerd-Diskussionen, die so oder so auf den Punkt bringen, dass wir es mit zwei ganz besonderen Jahrgängen zu tun haben, die beide ihre Reize haben. So brachte das Jahr 1968 immerhin so wegweisende Werke wie „Beggars Banquet“ (The Rolling Stones), „Electric Ladyland“ (Jimi Hendrix), „Astral Weeks“ (Van Morrison), „Waiting For The Sun“ (The Doors), „White Light/White Heat“ (Velvet Undergound), „The Kinks Are The Village Green Preservation Society“ (The Kinks), „A Saucerful Of Secrets“ (Pink Floyd), „Shades Of Deep Purple“ (Deep Purple) und das „White Album“ der Beatles hervor, die in diesem Jahr fast ausnahmslos mit luxuriösen Neuauflagen von der Major-Industrie gefeiert werden.

Das schlicht „The Beatles“ betitelt Werk, das aber besser als „Weißes Album“ bekannt ist, erschien 22. November 1968 als Doppelalbum mit 30 (!) Songs und üppigen 94 Minuten Spielzeit auf dem neugegründeten Beatles-Label Apple Records, im Vertrieb der EMI. Den Aufnahmen, die im Mai 1968 begannen, ging ein Aufenthalt von John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison in Indien voraus, der sich sowohl in der Persönlichkeitsentwicklung, als auch künstlerisch auf die vier Pilzköpfe übertrug. Ein paar bewusstseinserweiternde Drogen haben dann den restlichen Teil dazu beitragen, dass das weiße Album zu einer ausufernden Songsammlung werden ließ, die von Stamm-Produzent George Martin und seinem Helfer Chris Thomas zu einem aus technischer Sicht bandwurmartigen und in der stilistischen Machart überbordenden Konglomerat verwoben wurde.

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Jetzt feiert der nicht nur inhaltlich schwere Brocken also sein 50-jähriges Jubiläum und wie soll es anders sein, als dass Universal Music eine Neuauflage des weißen Albums in die Läden hievt. Dabei greift der gutbetuchte Fan selbstverständlich zur wie immer bei den Beatles sündhaft teuren Luxusausgabe mit sechs CDs und einer Blu-ray, die es nicht unter 130 Euro zu kaufen gibt. Geschichtsinteressierte Otto-Normal-Käufer, denen das Geld und die Zeit für solche Monster-Box-Sets fehlen, sichern sich dagegen die drei CDs umfassende Deluxe-Version, die sich schon für knapp 20 Euro schießen lässt und mit den 27 Tracks umfassenden Esher Demos die Essenz der Entstehungsgeschichte dieses geschichtsträchtigen Werks aufbietet.

George Martins Sohn Giles und Sam Okell sowie mit einem Team von Ingenieuren und Audiorestauratoren arbeiteten in den Londoner Abbey Road Studios an einer neuen Stereo-Audiomischung für das „White Album“, die auf der Jubiläumsversion erstmals vorgestellt wird. Doch nicht nur das aufgepeppte Klangspektakel, sondern auch die satte Ansammlung von nicht verwendeten Materialien aus dem Apple-Tresor, machen die Neuauflage des ersten und einzigen Studio-Doppeldeckers der Beatles zu einem netten Forschungsträger, der Nicht-Beatles-Kenner mit verstörenden Tracks wie „Revolution 9“ schockieren und alle Auskenner-Nerds mit Demosongs wie „The continuing story of bungalow bill“ erfreuen wird.

Anspieltipps:

  • Honey pie
  • Helter skelter
  • Dear prudence
  • Ob-la-di, ob-la-da
  • Back in the U.S.S.R.
  • Happiness is a warm gun
  • While my guitar gently weeps
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