Alice Merton - Mint - Cover
Große Ansicht

Alice Merton Mint


  • Label: Paper Plane Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Schönes Debütalbum der deutsch-kanadischen Newcomerin mit dem Superhit „No roots“ an Bord.

Alice Merton (25), geboren in Frankfurt am Main, gehört zu den Shootingstars der deutschen Popszene. Gleich ihre Debütsingle „No roots“ ging Ende 2016 weltweit durch die Decke und verbuchte bis heute 1,5 Millionen verkaufte Einheiten, über 340 Millionen Streams und mehr als 124 Millionen YouTube-Plays. Nicht schlecht für eine Newcomerin. Aber das Internet macht es heutzutage eben möglich und die großen Plattenfirmen müssen nur noch die viralen Raketen für sich abfischen.

Alice Merton ist also ohne Zweifel so eine Rakete, die allerdings nicht durch Zufall in der Musik gelandet ist. Sie ging 2013 an die staatliche Popakademie von Baden-Württemberg in Mannheim (u.a. bekannt durch Absolventen wie Wallis Bird, Joris, Johannes Falk, Louka, Konstantin Gropper alias Get Well Soon, Johanna Zeul und Maike Rosa Vogel), wo sie ein Studium im Fach Popmusikdesign (sprich: Komposition und Songwriting) zum Bachelor of Arts bestand.

Inzwischen betreibt Alice Merton in Berlin in ihr eigenes Label Paper Plane Records und darf trotz ihres jungen Alters als eine wahre Kosmopolitin bezeichnet werden. So kann die 25-Jährige bereits Lebensstationen in Deutschland, Amerika, Kanada, England und Frankreich aufweisen, wobei die Tochter einer Irin und eines Deutschen aktuell in der deutschen Hauptstadt beheimatet ist, wo sie zusammen mit dem Produzenten Nicolas Rebscher (u.a. Alphaville, Stefanie Heinzmann, Adel Tawil, Sunrise Avenue, Xandria) an den Songs ihres Debütalbums arbeitete.

Bild

Mit „Mint“ liegt dieses elf Songs umfassende und 38 Minuten kurze Debüt nun vor. Im Idealfall untermauert es, dass „No roots“ keine Eintagsfliege war, was nicht nur durch potenzielle Hitsingles gelingen soll. Denn Musik ist mehr, als blankes Radiofutter, das einem auf Dauer gehörig auf die Nerven gehen kann. Alice Merton bekommt diesen Spagat auf „Mint“ ganz gut hin. Ihr Sound trägt eine eigene Handschrift, was nicht zuletzt an ihrer markant-eingängigen Stimme liegt und nur einmal hat der Hörer den Verdacht, dass die 25-Jährige bei der Kollegin Lana Del Rey etwas zu genau hingehört hat („Honeymoon heartbreak“).

Ansonsten ist „Mint“ das erhofft kurzweile Debüt, das schnörkellose Popmusik bietet, die auf Anhieb ins Ohr geht, ohne sich allzu schnell zu verbrauchen. Mit Stücken wie „Why so serious“ und „Learn to live“ stehen sogar adäquate „No roots“-Nachfolger zu Buche, sodass wir von Alice Merton auch in den kommenden Monaten noch viel hören werden.

Anspieltipps:

  • No roots
  • Learn to live
  • Why so serious
  • Speak your mind
  • Honeymoon heartbreak
Neue Kritiken im Genre „Pop“
6/10

Spirit
  • 2019    
Diskutiere über „Alice Merton“
comments powered by Disqus