Mark Forster - Liebe - Cover
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Mark Forster Liebe


  • Label: Four Music/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Pfälzer Bub mit der obligatorischen Kappe liefert mit „Liebe“ seine bis dato schwächste Vorstellung ab.

Die Hit-Serie für Marek Cwiertnia alias Mark Forster (34) hält nun schon seit sechs Jahren auf fast schon beängstigende Weise an, als er mit seinem Debütalbum „Karton“ (06/2012) einen Achtungserfolg erzielte (u.a. Platz 45 in den deutschen Charts, mehr als 100.000 verkaufte Einheiten) und eine erste Duftmarke in der deutschen Poplandschaft hinterließ. Mit den nachfolgenden Werken „Bauch und Kopf“ (05/2014) sowie „Tape“ (06/2016) und den ausgekoppelten Singles „Au revoir“, „Flash mich“, „Wir sind groß“, „Chöre“ und „Kogong“ (um nur eine Auswahl der erfolgreichsten Titel zu nennen), steigerte sich der Kaiserslauterer dann in kommerzielle Regionen, in denen sich sonst nur Superstars bewegen.

Inzwischen ist Mark Forster mit mehr als 4,3 Millionen verkauften Tonträgern selbst ein Superstar und hat auf dem Cover seines mittlerweile vierten Studioalbums namens „Liebe“ gut lachen. Die Sonne scheint dem Moderator der fünften Staffel der TV-Show „Sing meinen Song“ ganz offensichtlich aus dem Hintern und die scharfen Töne seiner Kritiker gehen ihm am selbigen vorbei. Das einzige, was ihm jetzt noch fehlt, ist ein Nummer-eins-Titel in den Charts. Die Konkurrenz am VÖ-Tag von „Liebe“ ist zwar nicht ganz ohne, doch die Chancen stehen alles andere als schlecht.

Der Pfälzer Bub mit der obligatorischen Kappe legt auf „Liebe“ 13 neue Tracks vor, die sich den von ihm gewohnten Stilmitteln bedienen, die allesamt ein Patentrezept für den massiven Einsatz im Formatradio inne haben. Dass sich die Songs dabei verdächtig gleichen, bleibt natürlich nicht aus. Der Vorteil: Selbst bei einer mittelprächtigen Single wie „Einmal“ weiß jeder sofort, wer hier von Liebe und Glück singt. Es ist der nette Onkel aus dem Fernsehen, der mit seiner Dauerpräsenz scheinbar nicht nerven kann – ebenso wenig wie seine harmlosen Popsongs nicht auf die Nerven gehen.

Künstlerisch eng wird es allerdings, wenn dies bereits das größte Lob ist, das sich für die Songs auf „Liebe“ finden lässt. Denn sind wir mal ehrlich: Forsters Texte sind oft banal, zusammengehalten von Weisheiten und Phrasen („Was du nicht tust“), manchmal sind sie auch prahlerisch („194 Länder“) oder einfach nur dumm („Killer“). Wenigstens versucht Forster auf musikalischer Ebene ein paar neue Einflüsse zuzulassen, die zwar gering ausfallen, aber mit dem Obergriff „World Music“ auf wichtig machen. Aber wie gesagt: Wirklich anecken kann Mark Forster damit nicht. Er konserviert auf „Liebe“ lediglich sein Patent auf Konsens-Pop und liefert dabei die bis dato schwächste Ausbeute ab, wenn es darum geht, Hits zu schreiben.

Fazit: Vielleicht war der Rummel in der letzten Zeit einfach zu viel, um sich auf die Musik zu konzentrieren, damit diese nicht so stromlinienförmig und lau ausfällt, wie auf dem vorliegenden Longplayer.

Anspieltipps:

  • Chip in
  • Einmal
  • Danke Danke
  • Irgendwann happy
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