Gotthard - Defrosted 2 - Cover
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Gotthard Defrosted 2


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 114 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Schweizer bieten wie gehabt solide Akustikkost, mit nur wenigen Überraschungen.

Im Jahr 1997 machten Gotthard etwas, was sich für eine echte Rockband nach ein paar rockigen Alben so gehört. Mit „Defrosted“ erschien ein Live-Akustik-Album, in einer Zeit in der MTV Unplugged gerade nicht so angesagt war. Seit einigen Jahren scheinen Unplugged-Alben mit handzahmen Versionen der Originalsongs aber wieder voll im Trend und finden meist reißenden Absatz. Udo Lindenberg legt dieser Tage seine zweite Version vor, auch von den Fanta Vier gibt es schon zwei dieser Akustikalben. Auch die ehemaligen Hardrocker aus der Schweiz legen mit „Defrosted 2“ ihr nun zweites Unplugged-Album vor. Da die Band nach dem Einstieg des neuen Frontmannes Nic Maeder deutlich an Härte abgenommen und Radiofreundlichkeit zugenommen hat, eigentlich ein nur logischer Schritt.

Ziemlich handzahm kommt dann auch das Eröffnungsdoppel „Miss Me“ und „Out On My Own“ daher, dass zwar mit Akustikgitarren und Background-Chören intoniert wird, aber nicht wirklich aufhorchen lässt. Erst bei „Sweet Little Rock’n’Roller“, mit AC/DCs „Rock’n’Roll Ain’t Noise Pollution“ zu Beginn, lockert sich die Stimmung etwas auf. Die launige Rock’n’Roll-Nummer macht sich auch im Akustikgewand mit herrlich klimperndem Klavier ziemlich gut. Auch die Semi-Balladen der letzten Alben wie „Feel What I Feel“, „Remember It’s Me“ oder „Starlight“, das durch verzerrte Slide-Gitarre nicht ganz akustisch daherkommt, sind natürlich prädestiniert für „Defrosted 2“. „Mountain Mama“ vom besten Album der Schweizer „Dial Hard“, tönt als lässig-groovender Rocker für Nachtschwärmer, angereichert mit Arpeggios und einfachen Mitteln wie einem Shaker, kann die Band diesem Klassiker noch etwas Neues hinzufügen.

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Auch „Sister Moon“ und „Right On“ kommen nicht ohne verzerrte Gitarre aus, grooven aber gewohnt lässig vor sich hin, „Anytime, Anywhere“ dagegen fehlt das rockige Element sehr, akustisch kommt der Song nicht wirklich zur Geltung. Den Versuch „Smoke On The Water“ umzuarrangieren, die vorhandene Kreativität in allen Ehren, hätte sich die Band sparen können. Dieser Song sollte einfach von keiner Band mehr in irgendeiner Weise live vorgetragen werden. Genauso verzichtbar ist leider auch das als Studiobonus hinzugefügte „Bye Bye Caroline“ mit Francis Rossi.

Der Balladenanteil ist, wie zu erwarten, deutlich zu hoch ausgefallen. Dies war schon das Problem der letzten Studioalben und allem Anschein nach ist nicht jedes Bandmitglied mit dieser Entwicklung zufrieden, bedenkt man, dass sich Gitarrist Leo Leoni mit seiner Zweitband CoreLeoni der rockigeren Frühphase seiner Hauptband widmet. Solide ist ein Wort das „Defrosted 2“ wohl am besten beschreibt.

Anspieltipps:

  • Sweet Little Rock’n’Roller
  • Mountain Mama
  • Sister Moon

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