Metal Church - Damned If You Do - Cover
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Metal Church Damned If You Do


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Haben Metal Church ihr Pulver etwa schon wieder verschossen?

Metal Church gehörten noch nie zu den ganz Großen der Thrash Metal-Szene. Die Big Four schweben in völlig anderen Sphären, aber selbst die zweite Reihe mit Bands wie Testament, Exodus, Overkill oder Death Angel scheinen bessere Business-Entscheidungen getroffen zu haben oder hatten einfach mehr Glück. An vergangenen Großtaten kann es nicht liegen. Mit „The Dark“ und „Blessing In Disguise“ haben Metal Church mindestens zwei Genreklassiker zu verantworten, obwohl zwischen diesen beiden Alben sowohl auf der Gesangs-, als auch auf der Gitarrenposition Wechsel zu verkraften waren. Nach dem Ausstieg des jahrelangen Frontmanns Ronny Munroe, kehrte vor drei Jahren Mike Howe zurück hinter das Mikro und seitdem, scheint es für die Band wieder bergauf zu gehen. Das letzte Album „XI“ wurde positiv aufgenommen und nur zwei Jahre später steht die Band mit „Damned If You Do“ erneut in den Startlöchern.

Der Titelsong beginnt musikalisch vielversprechend die nervigen „homm“-Sequenzen nerven allerdings gewaltig. „By The Numbers“ beginnt wie ein beinharter Thrash-Track mit Judas Priest-Anleihen, kann aber auch eine gewisse Einfallslosigkeit nicht verbergen, wenn die Gesangslinie dem Gitarrenriff doch allzu oft beinahe unisono folgt. Leider macht sich auch spätestens hier die schlechte Aufnahmequalität bemerkbar. Kratzen, Übersteuerung bei lauteren Passagen und knistern. „Damned If You Do“ klingt leider, wie im Keller aufgenommen und mit schlechtem Equipment versucht zu mastern. Zumindest über die Streamingdienste kann man dieses Album nicht mit Genuss hören. „Revolution Underway“ versetzt den Hörer zurück in frühere Zeiten und überzeugt vor allem mit seinem langen Instrumentalteil der auch aus der Hochzeit der Band stammen könnte.

„Into The Fold“ liefert Oldschool-Thrash und zeigt einen Mike Howe, der noch immer gut bei Stimme ist, „Monkey Finger“ gerät dagegen deutlich schleppender und bringt Abwechslung. Das abschließende „The War Electric“ macht dann neben dem Klang ein weiteres Problem des Albums mehr als deutlich. Die Ansätze der Songs sind alle recht ordentlich, doch irgendwie hat man diese ganzen Riffs, Hooks und Drum-Breaks schon mal gehört. Und nicht nur einmal. Das Songwriting auf „Damned If You Do“ ist leider nur durchschnittlich bis solide und wirkt in weiten Teilen gar einfallslos. Man kann nur hoffen, dass Metal Church ihr Pulver seit ihrer Reunion nicht schon verschossen haben.

Anspieltipps:

  • Revolution Underway
  • Monkey Finger

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