Little Mix - LM5 - Cover
Große Ansicht

Little Mix LM5


  • Label: Syco Music/Sony Music
  • Laufzeit: 57 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Little Mix bleiben eine Wiedergeburt der Girl- und Boyband-Ära, die mangelnde Qualität mit einer scheinbar bewussten Selbstironie und ohne Furcht vor Fremdscham wiedergutmachen.

„Das meinen die nicht ernst?“, ist ein Gedanke, der bei den ersten Tönen auf „LM5“ aufkommt. Little Mix entführen Hörer weiterhin zurück in die frühen 2000er oder auch Nuller und ergeben sich einem plastischen Pop-Sound. Dick aufgetragen und generisch klingt das wieder nach einem vergebenen Versuch die Zeiten der Spice Girls wiederzubeleben. Doch auch wenn „LM5“ kein „Say You’ll Be There“, „Wannabe“ und nicht einmal ein „Viva Forever“ zu bieten hast, zeigt sich nach voller Spielzeit, dass Little Mix ihr Programm sehr wohl ernst nehmen.

Als Casting-Show-Band sind die Damen sowieso stets unter kritischer Beobachtung und „Despacito“ infizierte Tracks wie „Think About Us“ werden auch auf dem inzwischen fünften Album dafür sorgen, dass Kritiker sich bestätigt fühlen. Die feministische Grundhaltung des Albums sowie einige interessante Spielarten damit machen aus „LM5“ letztlich aber doch mehr als eine Plastik-Pop-Konservierung alter Tage. Minimalistisch in „Strip“ oder überlebensgroß in „Love A Girl Right“ treffen die vier Britinnen einen Pop-Nerv, der den Spagat zwischen ernster Botschaft und Spaß an der Musik trifft. Dazu gesellt sich mit „The Cure“ eine potenzielle Hit-Single und fertig ist ein viel versprechendes Pop-Album, das dem Mittelmaß entkommen könnte.

Durch den Kontext der stärkeren Lieder passen sich die Mitläufer gut an und erschaffen eine Stimmung, die Hörern Lust auf den oberflächlich daherkommenden Pop macht. Dass sich das Album mit dem Radio-Pop-Klang gleichzeitig eine solide Glasdecke aufbürdet, wird scheinbar bewusst in Kauf genommen. In dieser Konsequenz und ohne den Anspruch eine Revolution zu starten, entfaltet sich „LM5“ als Fass leicht zu singender Pro-Selbstbestimmung-Hymnen. Wie ein süßes Hustenbonbon heilt die Musik von Little Mix nicht, aber sie lindert und verzichtet auf Komplexes.

„LM5“ ersetzt kein „Lemonade“, aber es begleitet das selbstbestimmte und -bewusste Image, das immer mehr Künstlerinnen nach außen tragen. Dieser Umstand allein macht Little Mix zu einem willkommenen, wenngleich nicht unantastbaren Vertreter im Pop-Genre. Und wenn dann einem Ariana Grande in die Bresche springt, kann die Band auch nicht alles falsch gemacht haben.

Anspieltipps:

  • The Cure
  • Strip
  • Love A Girl Right

Neue Kritiken im Genre „Pop“
6/10

Heart To Mouth
  • 2018    
Diskutiere über „Little Mix“
comments powered by Disqus