Alexa Feser - A! - Cover
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Alexa Feser A!


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 69 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„A!“ möchte anders sein, ist am Ende aber leider nur langweiliger Deutsch-Pop in Balladenform.

Die Wiesbadener Sängerin Alexa Feser (39) begann ihre Karriere als Backgroundsängerin u.a. für Juliette Schoppmann, Joana Zimmer, Ricky Martin und die No Angels, bevor sie sich zuerst unter dem Künstlernamen Alexa Phazer und dem „Ich gegen mich“-Album (2008) zur eigenständigen Sängerin und Songschreiberin entwickelte. Inzwischen hat sie unter ihrem bürgerlichen Namen mit „Gold von Morgen“ (2014) und „Zwischen den Sekunden“ (2017) zwei weitere Longplayer abgeliefert, wobei letzterer den dritten Platz der deutschen Album-Charts erreichte und damit den bis dato größten Erfolg für Alexa Feser darstellt.

Mit „A!“ legt die 39-Jährige nun ihr insgesamt viertes Album vor, das sie mit ihrem langjährigen Songwriting-Partner Steve van Velvet (Falco, Yvonne Catterfeld, Laith Al-Deen, Die Prinzen) geschrieben und mit den Produzenten Johann Seifert (Rea Garvey, Adesse, Johanna Zeul, Michael Patrick Kelly), Matthias Mania (Bausa, Finch Asozial, Glasperlenspiel, Kontra K) und Daniel Großmann (Ivy Quainoo, Johannes Oerding, Die Orsons, Olly Murs) eingespielt und ihr, nach eigenen Angaben, bisher persönlichstes Werk auf Band gebracht hat.

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Der Hinweis auf das „bisher persönlichste Werk“ ist ein Klassiker im Promotion-Jargon und kommt gleich nach „dem bisher besten Werk in der Karriere“. Es sind Sprüche, die immer ein gewisses Befremden auswirken, auch wenn tatsächlich etwas an ihnen wahr sein sollte. Für Alexa Feser gilt jedenfalls: „Ich glaube, ich habe viel aufgearbeitet über die letzten Jahre. Daher finden sich darin thematisch viele Fragmente, es betrifft wirklich mich und mein gesamtes Leben bis zum jetzigen Zeitpunkt. Ich habe mich bei diesem Album sehr auf mein Gefühl verlassen, sehr viele spontane Sachen zugelassen“.

Leider geht die vermeintliche Tiefe in den Texten in zu glatt produzierten Songs unter, die überwiegend aus ruhigen und getragenen Nummern bestehen, was nicht gerade für Dynamik und Abwechslungsreichtum sorgt. So zieht sich dieses mit sechs Bonus Tracks ausgestattete Album der Wahl-Berlinerin mit 69 Minuten Spielzeit und insgesamt 18 (!!) Tracks wie Kaugummi dahin, ohne dass jemals der Charme einer Liedermacherin wie Anna Depenbusch erreicht wird. Klar, „A!“ soll ja auch ein Popalbum sein, obwohl es vermutlich viel lieber eine Liedermacher-Platte wäre.

Abgesehen von der fehlenden Dynamik, zeigen die akustischen Bonus Tracks, was mit einer Prise mehr Konsequenz möglich gewesen wäre. Doch auch hier siegt am Ende die Langeweile, die „A!“ letztendlich entnervt den Stecker zieht. Dabei möchte das Album anders sein, ist am Ende aber leider nur belangloser Deutsch-Pop in Balladenform.

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