Neil Young - Songs For Judy - Cover
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Neil Young Songs For Judy


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Mal frisch aus den Neil-Young-Archiven: Eine eindringliche Solo-Performance mit einem gut aufgelegten Protagonisten.

Neil Young scheint ein schier unendliches Archiv zu verwalten. Allein in diesem Jahr erscheint nun mit „Songs For Judy“ die zweite Veröffentlichung aus seinem Fundus. War „Roxy: Tonight’s The Night Live“ ein Konzertmitschnitt zum Release seines Klassikers gleichen Namens mit voller Begleitband, handelt es sich bei „Songs For Judy“ um ein Akustik-Set des Kanadiers aus dem November 1976. Interessant ist, dass Young hier prinzipiell seine eigene Vorband gab, denn nach der Soloperformance gab es noch einen härter rockenden Gig mit Crazy Horse. Allein auf der Bühne mit Gitarre, und gelegentlich am Klavier, liefert der mittlerweile 73-jährige fast immer ein intensives Konzerterlebnis, was auch frühere Archivaufnahmen wie „Live At The Cellar Door“ eindrucksvoll zeigen.

Auch „Songs For Judy“, der Titel eine Hommage an Judy Garland, bietet ein solches Konzerterlebnis. Man hört einen gut aufgelegten Neil Young, der anfangs recht viel mit dem Publikum kommuniziert und sich in knapp 80 Minuten durch seine damals schon eindrucksvolle Diskografie spielt. Mit „Too Far Gone“ eröffnet ein hippieesker Song das Album, bevor Young direkt zum zweiten Song „No One Seems To Know“ ans Klavier wechselt. Der bisher unveröffentlichte Song, hätte auch bestens auf die Alben der Siebziger Jahre gepasst. „Heart Of Gold“ lässt das Publikum aufschreien, genauso das ebenfalls mit Mundharmonika unterstützte „Love Is A Rose“, das vom bisher unveröffentlichten Album „Homegrown“ stammt, aber von Linda Ronstadt zum Hit gemacht wurde, bevor es auf „Decade“ doch noch zu Ehren kam. Bei „Human Highway“ und „Mellow My Mind“ ist das Banjo das Instrument der Stunde, „Mr. Soul“, ursprünglich von Youngs früherer Band Buffalo Springfield, ist etwas langsamer als das Original und mit runtergestimmter Akustikgitarre eine Blaupause des Grunge, was deutlich macht warum Neil Young oft als „Godfather of Grunge“ tituliert wird. Denkt man sich die Stimme weg, könnte der Songs eins zu eins auf dem Unpugged-Album von Nirvana stehen.

„A Man Needs A Maid“ zieht mit seinem eindringlichen Gemisch aus Synthie- und Klaviersounds das Publikum genauso in seinen Bann, wie das folkige „Old Laughing Lady“ und die beiden Rausschmeißer „Pocahontas“, zum Zeitpunkt des Konzerts noch unveröffentlicht, und „Sugar Mountain“. Für Fans von Neil Young ist „Songs For Judy“ ein Pflichtkauf. Die Setlist umspannt Hits und eher rare Stücke, dazu in eindringlichen Solo-Performances eines gut aufgelegten Neil Youngs im Zenit seines Schaffens. Auch Fans der klassischen Songwriterschule dürften hier nicht zu kurz kommen und für Neulinge im Neil Young-Kosmos gibt es ebenfalls viel zu entdecken.

Anspieltipps:

  • Heart Of Gold
  • Love Is A Rose
  • Mr. Soul
  • A Man Needs A Maid

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