Switchfoot - Native Tongue - Cover
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Switchfoot Native Tongue


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Switchfoot präsentieren sich stilistisch zwischen U2 und Coldplay. Vor 15 Jahren wäre das eine große Ehre gewesen.

Switchfoot sind im Laufe der Zeit ein Amalgam aus verschiedensten Bands geworden. Auf „Native Tongue“ dominiert der immer stärker an Bono angelehnte Gesang und auch so manche Gitarrenwand erinnert U2. Wenn „Let It Happen“ durchaus kraftvoll aus den Boxen strömt, erscheint dieser Vergleich als Lob. Zum Unglück aller Beteiligten gibt sich die Band aber nicht mit der Kopie der mittelspäten U2 zufrieden. Stattdessen versucht die Band hip zu sein und gleichzeitig den weichen Gutgeist Coldplays zu versprühen. Dabei orientieren sie sich auch in diesem Fall nicht an den glorreichen, sondern den neueren Tagen. Das Ergebnis ist ein Album ohne Balance, das von mindestens drei verschiedenen Interpreten zu stammen scheint.

Direkt der Übergang vom Opener „Let It Happen“ zum Titeltrack könnte nicht viel holpriger sein. Nach dem Wandel vom Breitbandrock zur gewollt attraktiv tuenden Dance-Pop-Nummer zeigt die Band sich auf „Native Tongue“ in „All I Need“ von der Coldplay-Seite, die im besten Fall an „Up & Up“ heranreicht. Mit rund 52 Minuten ist dieser unausgewogene Mix auch schlichtweg zu lang geraten. Für die ein oder andere gute Idee wie „Dig New Streams“ kommen mindestens zwei Titel, die das Album in keiner Weise voran bringen. Sei das der softe Pop-Rock in „Joy Invincible“ oder der belanglose Gute-Laune-Sound eines „We’re Gonna Be Alright“.

Am besten funktionieren Switchfoot, wenn sie klauen. „Wonderful Feeling“ und „You’re The One I Want“ sind die besten Beispiele, wie die oben genannten Vorbilder zu soliden Ergebnissen führen können. Bei „Wonderful Feeling“ kommt sogar noch eine Spur Oasis ins Spiel. Das bezeugt zum einen, dass Switchfoot ihr Album mindestens zehn Jahre zu spät bringen, aber auch, dass sie ihre Vorbilder kennen und verstehen, wenn sie nur wollen. Stattdessen schlagen sich Hörer mit unzähligen Stil-Affären herum, die viel Lärm um nichts machen.

Anspieltipps:

  • Wonderful Feeling
  • Let It Happen
  • Dig New Streams

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