Alice Rose - What To Do In The Rain - Cover
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Alice Rose What To Do In The Rain


  • Label: Divine Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Alice Rose nutzt Akustik, um ihre Pop-Musik gefühlvoller klingen zu lassen. Doch der Musikerin neue Kleider ersetzen nicht den Kern der Sache.

Fangen wir mit dem Tritt gegen das Schienbein an. Der Winter steht vor der Tür und Alice Rose veröffentlicht ein akustisches Pop-Album, das uns rühren soll. Keine zwei Lieder sind verstrichen und schon ploppt Kennern Katie Meluas „In Winter“ in den Kopf, das in „Dreams On Fire“ allein mehr Gefühle transportiert als Rose auf dem kompletten Album. Trotzdem ist „What To Do In The Rain“ ein guter Schritt für Rose, weil sie im Akustik-Gewand ihre zwanghaft wirkenden Sing-Along-Strukturen besser unter Kontrolle behält.

Auf dem Vorgänger Each Is A Dream“ griff Rose auf teils flapsig wirkende Pop-Strukturen zurück, die das Mitsingen erleichterten, aber die schwermütigen und romantischen Untertöne untergruben. Der langsamere und zurückhaltendere Ansatz auf „What To Do In The Rain“ unterdrückt solche Ideen. Das große Manko ist allerdings, dass sich in nahezu jedem Song der meist austauschbare Radioklang leicht erahnen lässt. In diesen Momenten ist die Akustik-Kulisse lediglich ein Kostüm für den Standard-Pop der Dänin.

Ähnlich wie auf „Each Is A Dream“ sind die selbstbewussten, weil eigenständig klingenden Stücke rar gesät, sodass ein „Song Of A Million Things“ weiterhin die Ausnahme bleibt. Von den reinen Pop-Songs macht allein „21“ in besonderer Weise auf sich aufmerksam, weil es seine Pop-Ader mit Kinderchor und Co. in einer Weise zelebriert, die die erfreulichere Seite von Pop-Klischees belebt. Ansonsten traut sich Alice Rose selten aus dem romantischen Mittelmaß heraus. Für jede gute Melodie wie in „Berlin Is For Dreamers“ müssen sich die zwei nächsten Lieder mit gefühlvoller Leere begnügen.

Lieder wie „If I Could Love“ und „Lonely Wolf“ versüßen den Hintergrund, doch sich an diese Lieder aktiv zu erinnern, fällt schwer. An dieser Tatsache droht das komplette Album zu scheitern, wenn nach einer lang gezogenen Stunde kein einziges Lied die Fahne so hochhalten kann, dass eine Rückkehr zu „What To Do In The Rain“ erstrebenswert scheint.

Anspieltipps:

  • What To Do In The Rain
  • Song Of A Million Things
  • 21

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