Grillmaster Flash - Stadion - Cover
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Grillmaster Flash Stadion


  • Label: Grand Hotel Van Cleef
  • Laufzeit: 42 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
9/10 Leserwertung Stimme ab!

Grillmaster Flashs musikalische „Stadion“-Buletten sind zwar frisch, aber schmecken leider kaum nach etwas.

Ein Freund, ein guter Freund, das ist Beste, was es gibt auf der Welt. Das wussten schon die Comedian Harmonists. Grillmaster Flash geht allerdings weniger virtuos und weniger anspruchslos als die Männer in den adretten Anzügen an das Thema heran. Das ist gewollt. Grillmaster Flash ist der Kumpel, der auch im verschneiten Januar in Sandalen, Jeans-Shorts und Hawaiishirt durch die Stadt spaziert. Er ist eine Naturgewalt und eine Konstante im Leben seiner Freunde. Grillmaster Flash ist ein Zustand.

So weit die nostalgisch angehauchte Sichtweise auf den Freund, auf den immer Verlass ist. Doch Grillmaster Flash läuft einen schmalen Grat und droht zu den ewig gestrigen zu gehören. Er jammert über Sekt und Etikette und will viel lieber sein Bier und mit seinen Jungs abhängen. Die Lieder dazu sind erwartbar einfach gehalten, wenn auch weit weniger chaotisch oder profan, als so mancher beim Namen Grillmaster Flash erwartet. Der gute Mann wird in „Jonny Gib(t) Nicht auf“ sogar richtig herzlich und spricht so manchem Hobbymusiker aus der Seele, der nie den großen Erfolg feiern durfte.

Aber das Gros des Albums ist mit leeren Hymnen wie „Ich Hab Den Falschen Schlüssel Zu Deinem Herzen“ und „Stadion“ gespickt. Musikalisch ist das alles ganz nett, aber zu sagen hat der Grillmeister auf diesem Album nicht viel, weswegen auch gefälligere Melodien wie im Titeltrack im qualitativen Nirvana verschwinden. Denn auch wenn die Musik mal leicht ins Ohr geht, sind auf „Stadion“ keine Lieder vorhanden, die sich im Stammhirn festsetzen.

Versessen Suchende finden Momente wie den Chorus von „Zsa Zsa Gabor“ und „Jonny Gib(t) Nie Auf“, die bei mehr Mut zur Extravaganz zu guten Liedern hätten führen können. In der dargebotenen Form steckt Grillmaster Flash aber im belanglosen Viertel des Kumpelrocks herum, der weder leidet noch wirklich zelebriert. Stattdessen ist „Stadion“ ein Sinnbild der zur Gewohnheit gewordenen Trinkabende, die in den immer gleichen Gesprächen und Sichtweisen ändern. „Stadion“ ist gut gemeinter Stillstand, aber eben Stillstand.

Anspieltipps:

  • Zsa Zsa Gabor
  • Jonny Gib(t) Nicht Auf
  • Stadion

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