The Toten Crackhuren Im Kofferraum - Bitchlifecrisis - Cover
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The Toten Crackhuren Im Kofferraum Bitchlifecrisis


  • Label: Destiny Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Lulu Fuckface und ihre durchgeknallten Weiber sind zurück!

Die im November 2005 in Berlin gegründete und 2009 als Vorgruppe von K.I.Z. erstmals richtig in der öffentlichen Wahrnehmung aufgetauchte und inzwischen vermutlich letzte Riotgrrrrrl-Band dieser Welt, The Toten Crackhuren Im Kofferraum, zählt zu den großen Wundertüten der deutschen Musikszene. Denn mit ihrer stilistischen Mischung aus Electro, NDW, Punkrock und HipHop/Rap sowie Texten, die zwischen spätpubertärem Schwachsinn, kalkulierter Provokation und den Ergüssen einer Selbsthilfegruppe für durchgeknallte Emanzen changieren, stellt die aktuell aus Gründungsmitglied Luise „Lulu“ Fuckface sowie Doreen K. Bieberface, Kristeenager und Ilay bestehende Gruppe ein nur schwer zu (be)greifendes Kunstprojekt dar, das gleichermaßen geliebt und gehasst wird.

Mit „Jung talentlos & gecastet“ (09/2010) und „Mama ich blute“ (07/2013) veröffentlichten die toten Crackhuren bis jetzt zwei Longplayer. Zudem nahm die Band im Jahr 2013 mit dem Lied „Ich brauch' keine Wohnung“ für das Bundesland Sachsen am Bundesvision Song Contest teil und belegte den 9. Platz. Mehr als 5½ Jahre nach ihrem letzten Album meldet sich das Quartett nun mit Werk Nummer drei zurück und zeigt sich voll in der „Bitchlifecrisis“ angekommen. Produziert hat Band-Manager Archi „MC Motherfucker“ Alert (The Bottrops, Terrorgruppe, Inferno). Aufgenommen wurde in Berlin.

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Auch Bitches werden älter und ihr Verstand reift. Deshalb haben sie für sich erkannt, dass sie „forever scheiße“ und nichts weiter als ein „asoziales Experiment“ sind. Diese ausweglose Situation fassen sie gleich zu Beginn im Track „Wir sind keine Band (wir sind ne Selbsthilfegruppe)“ zusammen. Keine Singles, keine Hits und niemand, der die Mädels fickt. Eigentlich ist das Leben hier zu Ende. Doch The Toten Crackhuren Im Kofferraum scheint dies anzuspornen. Zeit, um sich mal richtig auszukotzen. Also rechnen sie mit fetten, schwitzenden „Jobcenterfotzen“ sowie dem Ex ab („Behindert“) und vermitteln das perfekte Mittel gegen unerwiderte Geilheit („QVC gegen Geilheit“).

Sie freuen sich nen Ast, dass nicht jeder Spacken in den Club reingelassen wird („Minus 1“), stellen Xavier Naidoo in eine Reihe mit Kim Jong-un („Crackhurensöhne“), geben Freibier jederzeit den Vorzug („Keine Liebe“) und stehen dazu, dass man sich auch mal in einen verpickelten Asi verlieben kann („Auf einem Bett aus Pizzaschachteln“). Ja, inhaltlich geht es in de Welt der Crackhuren noch immer ziemlich strange zu. Da kann dem Hörer schon mal ein leichter Brechreiz ereilen. Rein musikalisch haben sich The Toten Crackhuren Im Kofferraum dagegen hörbar weiterentwickelt, auch wenn sie ihrer Mischung aus Electro, NDW, Punkrock und HipHop/Rap treugeblieben sind und damit nach wie vor keine Bäume ausreißen.

Fazit: Nach zwei von den Medien verrissenen Longplayern haben die Crackhuren etwas zugelegt und ihr Niveau verbessert, auch wenn „Bitchlifecrisis“ immer noch zu viele Stinker an Bord hat und nach wie vor nicht klar ist, ob Luise Fuckface, Doreen K. Bieberface, Kristeenager und Ilay nur sich selbst oder auch ihre Hörer verarschen.

Anspieltipps:

  • OK Ciao
  • Keine Liebe
  • Crackhurensöhne
  • Keine von uns ist krank
  • Wir sind keine Band (wir sind ne Selbsthilfegruppe)
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