Venom - Storm The Gates - Cover
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Venom Storm The Gates


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer immer nur Vollgas gibt, merkt schnell gar nicht mehr, wie schnell er ist.

Auch wenn Internetsuchen derzeit eher auf den Kinofilm mit Tom Hardy verweisen, ist Venom im Metal-Sektor immer noch ein Name, der Respekt einflößt. Nach knapp 40 Jahren Bandbestehen ist die britische Kombo eine Größe, die in erster Linie über Nostalgie kommt. Metal hatte schon stärkere Phasen und neue Fans schießen nicht mehr wie Pilze aus dem Boden. Im Radio ist ihr Genre auch weiterhin eine Nische und so läuft „Storm The Gates“ Gefahr komplett überhört zu werden.

„Na, dann geben wir den Hörern die volle Packung“, meint sich die Band gedacht zu haben, denn „Storm The Gates“ ist eine Audio-Prügeltour geworden. In 53 Minuten bekommen Hörer kaum Zeit zum Atmen. Was live durchaus zu leichten Köpfen und Euphorie führen kann, raubt auf der Platte Dynamik. Frei nach dem ironisch betitelten Indie-Album „Nine Times That Same Song“ kämpfen Venom damit, dass ihr Sound mit rasenden Schritten gen Eintönigkeit schreitet.

Die Tempounterschiede zwischen einem „Bring Out Your Dead“ und „Notorious“ gehen im geprügelten Gleich-in-Gleich der Band unter. Ja, diese Band spielt Metal mit schwarzen Schattierungen. Wir haben es begriffen. Gerade die gekonnten Soli machen das deutlich. Doch ohne Gangarten und immer nur mit voll aufgedrehter Lautstärke ist „Storm The Gates“ dem Titel entsprechend ein Angriff auf unsere Gehörgänge. Hörer, gib endlich nach und lass dich von unserem Klang erschlagen!

Angegriffen zu werden macht allerdings selten Spaß. Venoms neuestes Album fühlt sich daher oftmals wie Arbeit an. Wenn dazu Botschaften zum Alltag wie Propaganda in „Over My Dead Body“ in kaum mitsingbaren Hymnen strukturell und inhaltlich auf die Nase fallen, wird deutlich, dass Venom hier nicht ihr bestes Werk präsentieren. Venom versuchen alles wie gehabt zu bewerkstelligen und scheinen sich nicht zu scheren, dass sie ihren eigenen Sound längst überlebt haben. Um zu diesem unterdurchschnittlichen Eintrag der Bandgeschichte zu greifen, müssen erst noch gute Argumente gefunden werden.

Anspieltipps:

  • I Dark Lord
  • Bring Out Your Dead

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