Jadu - Nachricht Vom Feind - Cover
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Jadu Nachricht Vom Feind


  • Label: Deserteur/Groove Attack
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
3.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ist das Kunst - oder kann das weg? Die Ehefrau von Rapper Marteria überrascht mit einem avantgardistischen Debütalbum.

Mit „Nachricht vom Feind“ legt die Wahl-Berliner Sängerin Jadula Laciny (30), übrigens die Ehefrau von Rapper Marteria (36), ihr Debütalbum vor, nachdem bereits vor knapp zwei Jahren die ersten Single daraus auf den Markt kam. Am Ende dauerte die Arbeit an dem Werk, das sowohl optisch, in Bezug auf die Cover-Kunst, als auch inhaltlich, mit Blick auf die martialischen Songtitel, total aus der Reihe fällt, drei Jahre. Schlussendlich soll „Nachricht vom Feind“ aber auch ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Erotik, Wort und Bild darstellen, das seine Wurzeln tief aus der Kindheit Jadus herholt und Bezüge zu so unterschiedlichen Künstlern wie Marilyn Manson, Marlene Dietrich, Richard Wagner, Hans Zimmer und Rammstein herstellt.

Die gebürtig aus der niedersächsischen Provinz stammende Tochter einer Deutschen und eines Afroamerikaners verließ ihr Elternhaus bereits mit 19 Jahren, um ihr Glück in der Großstadt zu suchen. Neben einem bürgerlichen Job als Immobilienmaklerin stand dabei stets die Kunst im Fokus. Jadu schauspielert, produziert Musik und heiratet 2015 den Rostocker Rapper Marteria, der vielleicht den entscheidenden Anstoß dazu gegeben hat, dass Jadu nun mit „Nachricht vom Feind“ ihr Debütalbum vorlegen kann.

Dieses wurde von dem Produzenten-Team BenDMA (Ben Burgwinkel), Dead Rabbit (Martin Göckeritz), Nobodys Face (Henrik Miko) sowie Andreas „Der Hund“ Jung betreut und stellt musikalisch eine alles andere als gewöhnliche Mischung aus Dream-Pop, Gothic-Rock, Electro, Chanson und Film-Score dar. Beim Anblick der Songtitel lässt sich dieser Anflug von Avantgarde freilich nur schwer erahnen. Denn bei Tracks wie „Blitzkrieg“, „Todesstreifen“, „Feldzug Berlin“, „Weltenbrand“ oder auch „Friss und stirb“ würde so mancher Hörer viel eher ein Black-Metal-Album vermuten.

Doch davon ist „Nachricht vom Feind“ selbstredend meilenweit entfernt, da die Titel nur als Metaphern gelten und musikalisch überwiegend ruhige Töne in oben genannter Avantgarde-Pop-Machart angeschlagen werden. Dabei bietet Jadu allerdings nur wenig Abwechslung und einen kaum vorhandenen Spannungsbogen. Vielmehr wirkt die bedeutungsschwangere Symbolik in Verbindung mit der schwermütigen, an Filmmusik gemahnenden Stimmung auf Dauer langatmig und überambitioniert, wodurch „Nachricht vom Feind“ zu einem durch und durch grenzwertigen Album avanciert.

Anspieltipps:

  • Blitzkrieg
  • Feldzug Berlin
  • Friedliche Armee
  • Bedingungslose Liebe
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