Motorpsycho - The Crucible - Cover
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Motorpsycho The Crucible


  • Label: Stickman/SOULFOOD
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Crucible“ ist ein vielseitiger Mix aus allem, was Rockmusik in den letzten Jahrzehnten groß gemacht hat. Bis das Album zwanghaft mehr will, als nötig wäre.

Drei Titel verteilen sich 41 Minuten und Hörer meinen von vornherein zu wissen, dass ihre Geduld gefragt sein wird. Was aus den Boxen tönt, könnte allerdings nicht entfernter von dieser Einschätzung sein. Die erste Hälfte in Form von „Psychotzar“ und „Lux Aeterna“ ist zwar eine Ansammlung aus mindestens einem Dutzend Songideen, aber Motorpsycho präsentieren diese geradlinig und wie mehrere Stücke in einem. Mit Classic-Rock, Kraut-Rock und einer Prise Alternative, die sogar an System Of A Down zu erinnern vermag, gelingt Motorpsycho ein spannender Mix.

Der Wermutsozean hierbei ist ausgerechnet der Titeltrack, der im Vergleich zu den vorangegangenen Liedern jeglichen Fokus vermissen lässt. Mit viel Disziplin und Zielstrebigkeit haben Motorpsycho „Psychotzar“ und „Lux Aeterna“ in überambitionierte, aber schön gestrickte Songs gechrieben, die man einer längeren Playlist zuliebe hätte problemlos aufdröseln können. „The Crucible“ ist dagegen ein Wust aus Tönen, der sich im besten Fall austauschbarer Gleichmütigkeit hingibt. Bei einer Spieldauer von gut 20 Minuten fällt der Titeltrack somit stärker ins Gewicht, als Verteidigern des Albums lieb sein kann.

Freundlich gesprochen ließe sich festhalten, dass Motorpsycho sich nach dem guten Start vielleicht einfach übernommen haben. Dabei scheint die Band selber verkannt zu haben, dass sie keine geschlossenen Epen geschrieben hat, sondern viele kleine Stücke, die sich erstaunlich gut ergänzen. „The Crucible“ ist als Versuch des umfassenden Epos dadurch Fremdkörper statt Zentrum. Mit seinen drei Titeln und dem gescheiterten Titeltrack gehört „The Crucible“ im jungen Jahr zu den bislang merkwürdigsten Alben aus der Kategorie „besser als erwartet, während sich die Band selbst ein Bein stellt“. Ja, der Titel ist, wie das vorliegende Album, etwas unbeholfen.

Anspieltipps:

  • Psychotzar
  • Lux Aeterna

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