Kotiomkin - Lo Albicocco Al Curaro (Decameron 666) - Cover
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Kotiomkin Lo Albicocco Al Curaro (Decameron 666)


  • Label: Subsound Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Kinder, wie oft soll ich euch noch sagen, dass ihr mit eurer Rockmusik nicht wahllos Dämonen beschwören sollt?

Über Nischenkünstler lässt sich leicht herziehen. Ohne den ganz großen Erfolg verirren sie sich freiwillig in ihren Kunstgebilden, die niemand verstehen muss. Nein, manchmal scheint es sogar besser, wenn niemand die eigene Kunst versteht oder zumindest so tut, weil sich dann niemand zu nah an das Geschaffene heranwagt. Das italienische Duo Kotiomkin macht aus seinen obskuren Absichten kein Geheimnis und brüstet sich damit, Horror-Soundtrack-Rock zu gestalten. Das B-Movie-Artwork gibt es dabei stilecht dazu. Im Fall des vollmundig betitelten „Lo Albicocco Al Curaro (Decameron 666)“ verrät das Cover aber unterschwellig die Ambition des Albums, die letztlich zum Fallstrick wird.

Mit dieser passend schaurigen Metapher starten Hörer etwas besser vorbereitet in die vermeintliche EP, die mit 39 Minuten länger ist, als so manches Pop-Album. Zwar präsentiert sich auf dem Album-Cover lediglich der Teufel, doch es ist davon auszugehen, dass die Vertreter katholischer Gotteshäuser nicht als bloße Lichtgestalten auftreten. Die Musik tut sich schwer, nicht einfach wahllos zwischen Tempo und Stilrichtung zu wechseln, sodass die Band scheinbar gewaltsam versucht, stets mindestens drei Stücke in eines zu pressen. Das könnte Prog-Fans gefallen, wenn denn die Übergänge schlüssig oder zumindest fließend wären. Kotiomkin verpassen ihren Liedern mehrere Anstriche, ohne darauf zu achten, ob und wie die Klangfarben miteinander harmonieren.

Auch wenn die Band aus ihrem Selbstanspruch der Soundtrack-Sparte betrachtet werden, erscheint ein durchgängiges Kopfkino nahezu ausgeschlossen. Als würde sich alles vor schnellen Schnitten und Perspektivwechseln überschlagen, entsteht das unheimliche Gefühl beim Hören durch Orientierungslosigkeit. Was für einige Momente eventuell wirksam ist, ist nach knapp 40 Minuten schlichtweg anstrengend. Scheinbar auf Teufel komm raus versuchen Kotiomkin ihre Hörer zu überraschen. Einen kurzen Schreck jagen sie mit ihrer tonalen Dämonenbeschwörung zwar ein, aber bleibenden Eindruck hinterlässt der Spuk nicht.

Anspieltipps:

  • Sexy Averno
  • Vilan Chesserton

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