Dream Theater - Distance Over Time  - Cover
Große Ansicht

Dream Theater Distance Over Time


  • Label: InsideOut/Sony Music
  • Laufzeit: 61 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dream Theater machen sich von verschwurbelten Konzepten frei und kommen auf „Distance Over Time“ wieder schneller auf den Punkt.

Dass die Veröffentlichungen aus dem Hause Dream Theater von Fans und Fachpresse schon seit einiger Zeit nicht mehr kritiklos und pauschal als Großtaten des Progressive Metal durchgewunken werden, hat sich inzwischen auch bis zum „neutralen Hörer“ herumgesprochen, bei dem das mittlerweile 14. Studioalbum der New Yorker, „Distance Over Time“, dadurch nicht mehr automatisch auf dem Einkaufszettel landet, sondern erst einmal ganz genau unter die Lupe genommen wird. Wirklich leicht machte es die Band dem geneigten Konsumenten ja eh nie, aber wenn der Lohn am Ende stets ein meisterlicher Prog-Brocken war, ging die Rechnung zumindest für alle Seiten auf.

Mit Werken wie „A Dramatic Turn Of Events“ (09/2011) oder auch „Dream Theater“ (09/2013) wendete sich das Blatt allerdings in eine andere, nicht mehr so rühmliche Richtung, was auch der bis dato letzte Longplayer „The Astonishing“ (01/2016) nicht zu 100% korrigieren konnte. Umso mehr stehen Dream Theater heuer unter Druck, ihren Status als Prog-Götter zu verteidigen. Dazu nahmen sich James LaBrie (Gesang), John Petrucci (Gitarre), John Myung (Bass), Jordan Rudess (Keyboards) und Mike Mangini (Drums) vier Monate Zeit, um die Songs des neuen Albums, die in ihren Grundzügen in noch nicht einmal drei Wochen geschrieben wurden, gemeinsam und an einem Ort aufzunehmen.

Bild

Diese Art zu arbeiten hat sich die Band zuvor nie gegönnt. Insgesamt beschäftigten sich Dream Theater sogar fast zehn Monate mit der Produktion von „Distance Over Time“, das mit gut einer Stunde Spielzeit fast schon kompakt daherkommt und den Fokus wieder mehr auf hartes Riffing und weniger verschwurbelte Konzepte legt. Damit begeben sich Dream Theater ein wenig zurück zu ihren Wurzeln und nähern sich dem Stil ihrer Alben der 90er Jahre an, die den Ruf der Musiker entscheidend prägten. So stechen heuer für DT-Verhältnisse fast schon simple Stücke wie „Paralyzed“ oder auch „Fall into the light“ heraus, die sich zuallererst auf eine metallische Grundstimmung konzentrieren und erst in zweiter Linie mit verspielten Details wuchern.

Damit verschaffen Dream Theater den Songs und auch dem Hörer Luft zum atmen und vermeiden überzogene Theatralik, ohne dabei Gefahr zu laufen, in seichten Gewässern zu landen. Auf diese Weise zeigen sich Dream Theater anno 2019 eindeutig eingängiger und entschlackter. Sie beziehen Jordan Rudess‘ Keyboard- und Orgelklänge stärker ein („Viper king“) und geben James LaBries gefühlvoller Stimme die Freiräume, die sie braucht, um richtig zu wirken („Out of reach“). All das lässt sich, schau her, schau her, wunderbar in vierminütige Nummern verpacken, die den Hörer viel weniger anstrengen und mit „Distance Over Time“ deutlich schneller warm werden lassen. Fazit: Operation gelungen!

Anspieltipps:

  • Viper king
  • Out of reach
  • Barstool warrior
  • Fall into the light
Neue Kritiken im Genre „Progressive Metal“
6/10

Shehili
  • 2019    
Diskutiere über „Dream Theater“
comments powered by Disqus