Neal Morse - The Great Adventure - Cover
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Neal Morse The Great Adventure


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 103 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach der gelungenen Soundreise „The Similitude Of A Dream“ nimmt Neal Morse seine Hörer auf „The Great Adventure“ mit auf die nächste Classic-Rock-Tour.

Über Neal Morse zu schreiben, ist ein Sisyphus-Unternehmen. Der unermüdliche Prog-Rocker mit Classic-Rock-Kern stanzt weiterhin fröhlich Platten aus und stellt mit seiner Handwerkskunst viele Musiker in den Schatten. Dabei ist und bleibt der Classic-Rock-Ansatz Morses größte Stärke und Schwäche gleichermaßen. Der natürliche Klang mit Hang zum Grandiosen macht Fans der alten Schule glücklich, aber wer sich nach modernen und zeitlosen Ausbrüchen sehnt, ist bei Neal Morse an der falschen Adresse.

Neal Morse fehlende Zeitlosigkeit vorwerfen, klingt nach dem Wurf des Fehdehandschuhs, aber ähnlich wie bei Chicago lässt sich auch Morses neuere Musik in vergangenen Jahrzehnten verorten. Anders als bei den (kommerziellen) Höhepunkten einer Band wie Queen, denen einige Lieder gelungen sind, die sich erfolgreich einer Epoche entsagen. Aber auch Queen hat viele Stücke, die in vergangenen Jahrzehnten beheimatet sind und dass die Band und ihre Zeit durch den Kinofilm „Bohemian Rhapsody“ derzeit wieder im Mittelpunkt steht, hilft vielleicht auch Morse.

„The Great Adventure“ ist eine altmodische und sehr gut strukturierte Rock-Oper. Vollmundig mit der zehnminütigen „Overture“ beginnend, liefert das Album all jenes, was sich Hörer in über 100 Minuten Neal Morse vorstellen können. Kurze Storybeats wie in Form von „The Dream Isn’t Over“ kündigen bombastische Tracks der Sorte „Dark Melody“ an. Was am Anfang hervorragend beginnt, lässt nach dem ersten Drittel langsam nach. Zwar lassen sich die zentralen Lieder bis zum Abschluss aus dem Stand gut anhören, doch am Stück wird deutlich, dass die Musik zu trotzig an der eigenen Linie festhält.

Ausgerechnet mit dem Titeltrack kommen Hörer an einem Punkt an, an dem sich Wiederholungen aus den vorigen Stücken erkennen lassen. Das ist bei einem Konzeptalbum wünschenswert, aber weder führt Morse komplett zu den alten Motiven zurück, noch erschafft er etwas Neues. Die Lieder machen öfters den Anschein von einer gleichen Grundidee auszugehen, nicht aber direkt miteinander verwoben zu sein. Sie sind zu ähnlich, um über gut anderthalb Stunden zu packen, so wie es Morse auf „The Similitude Of A Dream“ gelungen ist. „The Great Adventure“ ist dagegen eine Ansammlung von guten Songs. Im nicht endenden Kreativkosmos des Neal Morse ist das zu verkraften.

Anspieltipps:

  • Dark Melody
  • The Dream Isn’t Over
  • Overture

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