Avantasia - Moonglow - Cover
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Avantasia Moonglow


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 67 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wo Tobias Sammet´s Avantasia draufsteht, ist auch weiterhin Avantasia drin.

Mit dem Eurovision Song Contest sollte es nichts werden, trotzdem hat Tobias Sammet diese Promo bestens genutzt und kann auf einen überaus erfolgreichen Album-Tour-Zyklus mit Avantasia zum Vorgänger „Ghostlights“ zurückblicken. Nach einer Best Of seiner eigentlichen Hauptband, mittlerweile wohl aber eher Zweitband, Edguy samt Tour, wollte sich der redselige Hesse eigentlich etwas zurückziehen und dem ewigen Album-Tour-Album-Rhythmus entkommen. Was macht ein Rockstar in seiner Freizeit, wenn Musik immer noch sein größtes Hobby? Er schreibt ein neues Album und so erscheint nun doch früher als geplant die nächste Scheibe von Tobias Sammet bzw. Avantasia.

Der zehnminütige Bombastrocker „Ghost In The Moon“ eröffnet das neue Album „Moonglow“ in bester Meat-Loaf-Manier, wenn auch mit etwas viel Zuckerguss. Bevor es auch im folgenden „Book Of Shallows“ zu eingängig wird, greift Mille Petrozza von Kreator ein und schreit die restlichen Sänger Hansi Kürsch, Jorn Lande, Ronnie Atkins und natürlich Sammet ordentlich zusammen. Der Titelsong erinnert nicht nur vom Namen an Mike Oldfields „Moonlight Shadow“. Die ganze Nummer samt Leadgesang von Candice Night ist eine Hommage an den keltisch-angehauchten Vibe des Altmeisters. Der nächste Longtrack „The Raven Child“ beginnt mit ruhigen Harfenklängen, entwickelt sich aber zu einer rassigen Rocknummer und wieder zurück. Eine Miniatur-Rockoper bei der gesanglich vor allem der wie immer überragende Jorn Lande überzeugt.

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An überraschenden Gastsängern ist „Moonglow“ etwas arm geraten, Tobias Sammet greift auf ihm bekannte Gesichter bzw. Stimmen zurück. Doch während beispielsweise Geoff Tate auf „Ghostlights“ noch eins der gesanglichen Highlights war, klingt er auf der Schmonzette „Invincible“ mit seiner Exaltiertheit etwas fehl am Platz. Viel interessanter ist der sich direkt anschließende mystische, aber doch eingängige Heavyrocker „Alchemy“ bei dem sich Tates große Rockgesten bestens einfügen. Flotter geht es in „The Piper At The Gates Of Dawn“ zur Sache bei dem fast die ganze Gesangsmannschaft an Bord ist. Neben Sammet, Tate, Lande und Atkins gesellen sich hier noch Bob Catley und Eric Martin dazu. Anschließend gibt es noch die obligatorische radiofreundliche Nummer mit Catley, sowie den unvermeidlichen Uptempo-Melodic-Metal-Kracher mit Michael Kiske. Das „Maniac“-Cover lässt schmunzeln, wäre aber verzichtbar.

Wie immer kann man Tobias Sammet hier nichts vorwerfen. „Moonglow“ klingt routiniert, wie schon die letzten Alben von Avantasia, bietet wenig Überraschungen und dieses Mal auch nicht viele neue Namen auf der Gästeliste. Trotzdem weiß der 41-jährige zu unterhalten. Man wird zwar einerseits das Gefühl nicht los, dass hier vieles am Reißbrett entworfen wurde, andererseits nimmt man Sammet ab, dass er genau das macht, worauf er Lust hat.

Anspieltipps:

  • Book Of Shallows
  • Alchemy
  • Requiem For A Dream

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