Subway To Sally - Hey! - Cover
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Subway To Sally Hey!


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Subway To Sally ist eine bis ins kleinste bisschen glänzend produzierte Phrase, die sich feiern lässt, ohne etwas Gehaltvolles zu vermitteln.

Bei Filmen mit viel Trash-Potenzial, die aber ein gewisses Publikum gezielt ansprechen, wird gern das Prädikat „nur für Fans“ zum Einsatz gebracht. Und wenn es 2019 bislang ein Album gab, das diese Auszeichnung verdient, dann ist es „Hey!“ von Subway To Sally. Dass der Titeltrack „Hey!“ mit einem Fan-Chor aufgenommen wurde, ist das i-Tüpfelchen auf einem Album, das nach fehlgeleitetem Fan-Service klingt.

Der 2014 mit „Mitgift“ eingeführte Elektro-Klang hat fünf Jahre später zwar nicht ausgedient, aber scheinbar sein Kreativpotenzial hinter sich gelassen. Uninspiriert glitchen harte Riffs und beliebige Samples, die den 90ern entsprungen zu sein scheinen, schwächen Songs wie „Königin der Käfer“ und die Fremdscham-Nummer „Selbstbetrug“ merklich. Dass ab „Die Engel Steigen Auf“ zusätzlich erkennbar ist, dass Subway To Sally wie Die Toten Hosen inzwischen lieber harmlose Stadionnummern spielen, senkt die Erwartungshaltung weiter.

Subway To Sally verschaffen sich mit ihrem im Kern altbekannten Stil und genug Beats pro Minute Luft, sodass Fans vielleucht lang genug vergessen, dass „Hey!“ ein müder Abklatsch dessen ist, was diese Band schon geleistet hat. Der musikalische Durchschnitt ist sogar noch zu ertragen, wenn da nicht die Texte wären. Hier dürfen sich vermeintliche Altbacken-Deutsch-Conaisseurs über Vokabeln freuen, die im modernen deutschen Alltag nicht allzu häufig auftauchen. Der Wortschatz einer Band wie Subway To Sally kann durchaus etwas Reizvolles sein. Aber die Texte selbst sind, um Christopher Schmidt zu ehren, nichts weiter als durch den Phrasenmäher geschmissene Teilideen, die nach mehr klingen sollen.

Das Album zerfällt inhaltlich an vielen Stellen. Die Krone setzt dem Ganzen der Song „Aufgewacht“ auf, der zu Beginn vollmundig behauptet „Gott ist nur ein Scharlatan“. In der Mitte werden dann aber die Protagonisten beschworen, die Flammen zu wecken, um wie Götter zu sein. Subway To Sally führen ihre eigenen Texte ad absurdum und bombardieren ihre Hörer mit leeren Phrasen. Diese lassen sich leicht mitsingen, doch gehaltvoll sind sie in keiner Weise. Alles auf „Hey!“ klingt nach Spruchband und nicht nach ehrlichen Geschichten und Gefühlen. So feiern die Band und ihre Fans eine knappe Stunde lang, ohne dass auch nur irgendjemand weiß, was eigentlich gefeiert wird und wofür.

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