Dagobert - Welt Ohne Zeit - Cover
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Dagobert Welt Ohne Zeit


  • Label: Staatsakt/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Dagoberts „Welt Ohne Zeit“ ist bei aller oberflächlicher Schönheit langweilig und langwierig geraten.

Dagoberts Debüt galt seinerzeit bereits als Lieb-es-oder-hass-es-Produkt und auch wenn die subjektive Meinung des Verfassers bei dieser Einschätzung immer eine sehr große Rolle spielt, ist „Welt Ohne Zeit“ ein handzahmes Paket im Glitzermantel. Dagobert ergießt sich in 42 Minuten, die sich an Belanglosigkeit überbieten. Von Schlagerdekonstruktion kann keine Rede mehr sein, da das neue Album vom Ton her eine reine Pop-Platte geworden ist, die aus austauschbarem Kopfkino besteht. Selbst wenn Dagobert an Schönheit kratzt, kratzt er daran so aggressiv und lange, dass die unendlich rezitierten Liebesgeschichten in melancholischen Gewändern ihre Natur von der Stange bloßlegen.

Im Bestfall berührt Dagobert wie ein Unheilig einst mit „Geboren Um Zu Leben“ mit scheinbar gehaltvollen Zeilen wie „Uns Beiden Gehört Die Vergangenheit“, die am Ende aber lediglich ein weiterer Abgesang auf die Verarbeitung gescheiterter Liebe sind. Solche Lieder können gut sein, wenn sie klingen, als kämen sie von Herzen. Das ist bei der glatt polierten Produktion auf „Welt Ohne Zeit“ jedoch zu keiner Zeit der Fall. Ähnlich wie Bilderbuch klingt Dagobert wie ein Kunstprojekt, wobei die Überspitzung bei Dagobert abhanden ekommen ist. Verteidiger möchten vielleicht betonen, dass Dagobert so weit gegangen sei, dass sein Werk nicht mehr vom Original zu unterscheiden sei. Das ist allerdings keine Dekonstruktion, sondern Nachahmung.

Dagobert scheint gleichzeitig altmodisch und modern klingen zu wollen und verliert sich dadurch durchgehend in gekünstelter Belanglosigkeit, die teils nur noch in Ironie gemocht werden können. Hier ist kein Dreh erkennbar, sondern lediglich ein wildes Stückwerk aus Fremdeinflüssen, die keinen neuen Künstler erkennen lassen. Dazu die nicht endende Lawine aus Liebesliedern, die sich mit der Banalität der Liebe versuchen zu schmücken und doch mehr aufgehübschten Spruchbändern gleichen. Ob Dagobert die perfekte Fälschung gelungen ist oder ein ernstgemeintes Pop-Album ist nach gut vierzig Minuten herzlich egal, da das Ergebnis jeder Interpretation weder zum Schmunzeln noch zum Schmachten einlädt.

Anspieltipps:

  • Einsam
  • Anna
  • Uns Beiden Gehört Die Vergangenheit

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