Avril Lavigne - Head Above Water - Cover
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Avril Lavigne Head Above Water


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach langer Krankheit kehrt Avril Lavigne mit einem Dutzend neuer Songs zurück, die Einblick in die Seele der Kanadierin geben sollen.

Man musste kein Fan von Avril Lavigne (34) sein, um mitzubekommen, dass es die Sängerin gesundheitlich schwer erwischt hatte und damit nicht nur ihre Karriere, sondern auch ihr Leben auf dem Spiel stand. Die Plattenmillionärin war an Borreliose erkrankt, zeitweise ans Bett gefesselt und musste sich mühsam zurück in ein normales Leben kämpfen. Inzwischen hat sie die heimtückische Krankheit so weit im Griff, dass sie ihrer Berufung wieder nachgehen kann und im September 2018 mit dem Titel-Track ihres gleichnamigen Albums „Head Above Water“ ihr Comeback feierte.

Am 1. März 2017 unterschrieb die 34-Jährige einen Plattenvertrag mit dem Label BMG Rights Management, das den Nachfolger des extrem schwachen, selbstbetitelten fünften Studioalbum aus dem Jahr 2013 auf den Markt bringt. Die Stücke des Comeback-Albums sind – wie zu erwarten – in weiten Teilen vom Kampf gegen die Borreliose-Krankheit inspiriert und wurden zusammen mit Songwritern und Produzenten wie Stephan Moccio, Johan Carlsson, Jon Levine, Travis Clark, J.R. Rotem, Mitch Allan, Chris Baseford, Bonnie McKee, Scott Robinson, Noah „Mailbox“ Passovoy, Ryan Cabrera und Chad Kroeger aufgenommen, die in der Vergangenheit auch schon mit Acts wie Miley Cyrus, Celine Dion, Ellie Goulding, Colbie Caillat, Katy Perry, Ke$ha, Britney Spears, Dua Lipa, Drake, Rihanna und Gwen Stefani im Studio waren.

Die Vorzeichen standen mit dem kraftvollen Titelsong gar nicht schlecht. Die 1,57 Meter kleine Sängerin zeigt sich in der Power-Ballade erwachsen und abgeklärt und greift darin ihren Kampf gegen den Tod auf. Ähnliche Einblicke in die Seele der Kanadierin durfte sich der Hörer deshalb auch von den übrigen elf Tracks auf „Head Above Water“ erhoffen, auch wenn die zweite Singleauskopplung „Tell me it’s over“ bereits in gefährlich kitschiges Fahrwasser geriet, da das Stück penibel kalkuliert mit einem entsprechenden Videoclip ausgestattet pünktlich in der Vorweihnachtszeit veröffentlicht wurde. „Last christmas“, ick hör dir trapsen…

Die überdrehte dritte Single „Dumb blonde“ im Duett mit Nicki Minaj ließ Avril Lavigne dann endgültig in den bekannten Stil ihrer vorherigen Longplayer eintauchen, was schon vor der Veröffentlichung von „Head Above Water“ für Alarmstimmung sorgte, die jetzt leider bestätigt wird. Damit ist nicht der übermäßige Balladenanteil gemeint, der das Album dominiert, sondern die Art und Weise, wie sich Avril Lavigne auf „Head Above Water“ mitteilt. So weisen die Texte kaum Tiefgang auf („Goddes“), auch wenn diese auf mitunter dramatische Gefühlswelten verweisen („Birdie“). Hier hätte Avril Lavigne definitiv mehr Unterstützung benötigt.

Darüber hinaus ist die Produktion von einem nur schwer zu ertragenden Bombast geprägt, der das Album schier erdrückt und keine intime Stimmung aufkommen lässt („Warrior“). Zwar hat sich Madame Lavigne gesanglich hörbar verbessert, aber in Anbetracht vollkommen beliebiger Songs wie „Bigger wow“ oder auch „Love me insane“, ist mit dieser Nachricht kein Staat zu machen. So steht nach etwas mehr als fünf Jahren Pause ein Comeback-Werk zu Buche, das in allen Belangen enttäuscht, weil es musikalisch über weite Strecken keine Seele besitzt und den positiven Eindruck der Lead-Single nahezu pulverisiert.

Anspieltipps:

  • Souvenir
  • Warrior
  • Head above water

Copyright Header-Picture by David Needleman

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