Eric Gales - The Bookends - Cover
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Eric Gales The Bookends


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Eric Gales meldet sich mit einem soliden Album zurück, das mehr Funk als Blues bietet.

Nach persönlichen und justiziablen Problemen in Form von Drogen- und Waffenbesitz samt dazugehörigem Knastaufenthalt hat sich das ehemalige Gitarrenwunderkind Eric Gales seit einigen Jahren wieder im Griff und erscheint geläutert. Vor zwei Jahren erschien mit „Middle Of The Road“ schon eine solide Platte, die sich textlich stark mit der Vergangenheit Gales‘ auseinandersetzte, nun erscheint mit „The Bookends“ der neue Longplayer, den der Amerikaner mit Mono Neon am Bass und Aaron Hagerty hinter der Schießbude eingespielt hat. Dazu gesellen sich Gäste wie Beth Hart, Doyle Bramhall II, B.Slade, sowie LaDonna Gales, die bessere Hälfte des Gitarristen als Background-Sängerin.

Nach zu vernachlässigendem Intro beginnt „Somethings Gotta Give“ mit einem funky Riff über das Gales mit jazzigen Anleihen soliert und mehr an Stevie Wonder, denn Jimi Hendrix erinnert. „Whatcha Gon‘ Do“ groovt ähnlich, wenn auch härter und lässt leichte Erinnerungen an Living Colour aufkommen. Mit lässigem Akustik-Lick beginnt „It Just Beez That Way“, das auf Dauer allerdings immer unscheinbarer wird. Textlich bleibt es wie schon auf dem Vorgänger simpel. Die Texte sind authentisch und ehrlich, aber trotzdem nicht viel mehr als Kalendersprüche. In „How Do I Get You“ überrascht Gales dann mit einem latenten Red Hot Chili Peppers-Einschlag, der gemischt mit poppig-bluesigen Anleihen zu überzeugen weiß. Genauso „Reaching For A Change“ bei dem der Mittvierziger endlich mal die Handbremse löst und mit rockigen Riffs und furioser Leadgitarre aufwartet.

Leider gerät nicht alles so überzeugend. Wie schon auf dem Vorgänger gerät einiges zu unausgereift. So zum Beispiel die Coverversion der Coverversion von „With A Little Help From My Friends“. Im Livekontext kann man die Entscheidung diesen Song zu spielen nachvollziehen, allerdings ist dem Beatles-Klassiker seit Joe Cocker nichts mehr hinzuzufügen, auch nicht von Beth Hart, die hier versucht die Band an die Wand zu schreien. Schwachpunkt des Albums ist ausgerechnet der Rausschmeißer „Resolution“, der gemächlich beginnt. Während man denkt, dass es jeden Moment losgehen müsste und sich über das minutenlange Intro wundert, wird klar, dass es sich hier um ein Instrumental handelt. Dafür passiert reichlich wenig. So liefert Eric Gales mit „The Bookends“ erneut ein Album ab, das zur Hälfte aus guten Ideen besteht, während die andere Hälfte etwas unausgereift erscheint. Schlecht ist das Album dadurch noch lange nicht, in seinen besten Momenten versteht es durchaus gut zu unterhalten.

Anspieltipps:

  • Whatcha Gon’ Do
  • How Do I Get You
  • Reaching For A Change

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