Artefuckt - Stigma - Cover
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Artefuckt Stigma


  • Label: Rookies & Kings
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Album der Rheinberger Deutsch-Rocker.

Die Deutsch-Rockband Artefuckt aus dem Nordrhein-Westfälischen Rheinberg ist im Prinzip ein Newcomer-Act. Sie wurde im Jahr 2015 von Mastermind André Donay (Gesang, Gitarre) ins Leben gerufen, nachdem sich dieser nach und nach Kevin (Bass), Sven (Gitarre) und Falk bzw. Roland (Drums), das wechselt scheinbar ab und an, als Bandmitglieder dazu holte. Die Band brachte im Juli 2017 ihr Debütalbum „Manifest“ auf den Markt, das es auf Platz 100 der deutschen Charts schaffte und sich eine Woche dort halten konnte.

Jetzt legt die Gruppe aus der kleinen 30.000-Seelen-Gemeinde ihren zweiten, von Jörg „Warthy“ Wartmann produzierten Longplayer nach, der in den Rookies & Kings Studios aufgenommen wurde. Jörg Wartmann (46), der auch als Studiomusiker tätig ist und bereits mit Acts wie Frei.Wild, Unheilig, Eisbrecher, Hämatom, BRDigung, Saltatio Mortis, Sotiria, Down Below und Beatrice Egli (!) zusammengearbeitet hat, bringt jede Menge Erfahrung mit, von der Artefuckt profitieren können.

Allerdings fällt auf, dass Andre Donay, der neben dem Gesang und der Gitarre auch für alle Kompositionen und die Texte zuständig ist, in sämtlichen Presseauftritten als einziges Artefuckt-Mitglied mit seinem Nachnamen auftaucht. Zudem werden die drei übrigen Mitglieder, von denen nur die Vornamen bekannt sind, im Booklet des neuen „Stigma“-Albums mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt. Merkwürdige Verhältnisse, die auf eine Art Angestelltenstatus hindeuten.

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Musikalisch bieten Artefuckt melodischen, aber humorfreien Auf-Die-Fresse-Deutsch-Rock, der sich stilistisch irgendwo zwischen Frei.Wild (mehr) und Eisbrecher (weniger) angesiedelt hat. Als Ausgangsbasis der parolenhaften Texte dürften die Böhsen Onkelz gelten, die dieses mitreißende Pathos bis zur Perfektion beherrschen. Zumindest früher. Weil diese Onkelz-Formel heutzutage nicht mehr zu 100% greift, schießen Bands wie Artefuckt wie Pilze aus dem Boden und machen den Onkelz mit Texten wie „Ihr wolltet mich scheitern sehen, doch ich bleib standhaft, ich bleib stehen. Das ist mein Leben, meine Welt. Mein Traum, mein Wille, meine Pflicht“ das Feld streitig.

Neues ist am Gesamtprodukt Artefuckt also nicht zu finden. So arbeitet sich die Band redlich an den Standards des Deutsch-Rock ab und weiß dabei zumindest mit Härte und Eingängigkeit zu überzeugen. Wer allerdings neben den etablierten Göttern des Genres keine weiteren duldet, kann auf Artefuckt auch gut und gerne verzichten. Allerdings kann der Band zugutegehalten werden, dass es da draußen wesentlich schwächere Nachahmer deutscher Härte gibt.

Anspieltipps:

  • Egal!
  • Ich will
  • Jeder gegen jeden
  • Deine Zeit, dein Leben
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