The Cranberries - In The End - Cover
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The Cranberries In The End


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende

Die Leserwertung ist erst ab Datum der Veröffentlichung verfügbar.

Ein würdiger Abschiedsgruß der Cranberries, mit den letzten Songs, die zusammen mit der verstorbenen Sängerin Dolores O’Riordan entstanden sind.

Nachdem sich die Cranberries im April 2017 mit dem „Something Else“-Album, auf dem sich neueingespielte Band-Klassiker befanden, nach mehr als fünfjähriger Plattenpause zurückmeldeten, standen die Zeichen nicht schlecht für ein baldiges „richtiges“ Comeback mit neuen Songs in alter Frische, mit der die Iren in den 90er Jahren die Pop-Welt im Sturm einnahmen. Doch leider machte das Leben ein Strich durch die Rechnung. Sängerin und Hauptsongschreiberin Dolores O’Riordan wurde am 15. Januar 2018 im Alter von 46 Jahren ertrunken in der Badewanne eines Londoner Hotels aufgefunden.

Die amtliche Untersuchung wies einen erheblichen Blutalkoholwert aus. Zudem wurden diverse verschreibungspflichtige Medikamente gefunden, die aber nicht zum Tod der Sängerin beigetragen haben. Somit wurde Dolores O’Riordans Tod als Unfall eingestuft. Ein Trost kann das allerdings auch nicht sein. Aber vielleicht ist es ein Trost für alle Fans der Cranberries, dass die verbliebenen Bandmitglieder Noel Hogan (Gitarre), Michael Hogan (Bass) und Fergal Lawler (Drums) tatsächlich noch ein finales Album auf den Markt bringen.

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Darauf sind die Songs zu hören, an denen The Cranberries zuletzt arbeiteten. Denn noch während der Tour zum „Something Else“-Album spielte die Band Demoversionen neuer Stücke ein, die für das kommende Studioalbum geplant waren. In Absprache mit der Familie von Dolores O’Riordan wurden diese nun fertiggestellt und von der Band wie folgt angekündigt: „Wir wussten, dieses müsste eines der, wenn nicht sogar das beste Cranberries-Album werden, das wir in der Lage waren abzuliefern. Unsere Sorge war, dass wir das Vermächtnis der Band mit einem Album zerstören würden, das den Ansprüchen nicht genügt. Aber als wir erst einmal alle Demos angehört hatten, an denen Dolores und wir gearbeitet hatten, wussten wir sofort, dass wir in sehr starkes Album in unseren Händen hielten, und es herauszubringen, der einzig richtige Weg war, um Dolores Ehre zu erweisen“.

Zusammen mit ihrem ursprünglichen Produzenten Stephen Street (u.a. Kaiser Chiefs, Morrissey, Graham Coxon, Blur, Suede) spielte die im Jahr 1989 gegründete Band das mit „In The End“ unmissverständlich betitelte Werk ein, das Trauerverarbeitung und Abschied zugleich darstellt und als würdevoller Schlusspunkt bezeichnet werden kann. Denn in welchem Stadium sich die Demos aus dem Jahr 2017 befanden, ist nicht bekannt. Fakt ist aber, dass die Songs keinen zusammengestümperten Eindruck hinterlassen, als wollte hier jemand aus nichts Geld machen. Zudem ermöglicht die Studiotechnik auch im Nachhinein Korrekturen, sodass auch in Sachen Klang keine Abstriche gemacht werden müssen.

Wer auf „In The End“ den rauen Charme er frühen Cranberries-Werke erwartet, wird vielleicht etwas enttäuscht sein. Doch die Band hatte sich im Laufe der Jahre gewandelt und ist erwachsener geworden. Aus zornigen Songs wie „Zombie“ wurden auf diese Weise melodieverliebte Kompositionen, die auch hier in Form von „Got it“, „Crazy heart“ oder auch „Summer song“ vorhanden sind. Dazu kommen nette Details wie der 1270.The-Cure-80er-Jahre-Gedächtnis-Twang in „All over now“ und die sehnsuchtsvolle Melodie des Titelsongs, mit dem das Album beendet und beim Hörer Gänsehaut erzeugt wird.

Anspieltipps:

  • Got it
  • All over now
  • Summer song
  • A place I know
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