Ferris MC - Wahrscheinlich Nie Wieder Vielleicht - Cover
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Ferris MC Wahrscheinlich Nie Wieder Vielleicht


  • Label: Arising Empire/WEA
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Urgestein des deutschsprachigen Rap wagt sich zusammen mit Madsen an ein Rockalbum.

Sascha Reimann alias Ferris MC (45) gehört zu den Urgesteinen der deutschen Rapszene. Seit den frühen 90er Jahren ist der gelernte KFZ-Mechaniker Bestandteil der deutschen Musiklandschaft. Zuerst mit der Gruppe Freaks Association Bremen (F.A.B.), danach mit der Mongo Clikke und seit Ende der 90er Jahre auch als Solo-Act. Darüber hinaus war Ferris MC zehn Jahre lang Mitglied der Elektro-Punk-HipHopper von Deichkind, die er 2018 verlassen hat. Und als wenn das nicht reichen würde, trat Reimann auch noch als Schauspieler in Erscheinung.

Ein gutes halbes Dutzend Solowerke kann der gebürtige Rheinland-Pfälzer, der in Norddeutschland aufwuchs, mittlerweile vorweisen, auf denen er sich nie einem Genre zu 100 Prozent verbunden fühlte. Einflüsse, zum Beispiel aus dem Punkrock, waren für Ferris MC immer Normalität, was auch ein Grund dafür sein könnte, dass die Genre-Puristen des HipHop/Rap nie so ganz im Reinen mit den Outputs des Grenzgängers waren. Und das wird auch in Zukunft so bleiben! Denn auch wenn das neue Ferris-MC-Album „Wahrscheinlich nie wieder vielleicht“ unter der HipHop/Rap-Flagge gelistet ist, wagt Ferris MC darauf den Sprung in die Rockmusik.

Zusammen mit der auch immer ganz gerne etwas schief angeschauten Band Madsen, die den vorliegenden Longplayer auch produziert hat, ging es ins Studio, wo die 14 Tracks von „Wahrscheinlich nie wieder vielleicht“ live eingespielt wurden. Damit greift Ferris MC seine frühen Rock- und Punk-Einflüsse wieder auf und tauscht Rap gegen Gesang („Die Normalen“) und fette Beats gegen donnernde Drums („Für Deutschland reicht’s“) und hymnische Refrains („Was ist aus mir geworden“). Dabei lassen es Madsen und Ferris MC mitunter ganz schön krachen („Shitstorm“). Solche Hardcore-Attacken sind natürlich nichts für zarte Gemüter, die sich vermutlich spätestens an dieser Stelle aus dem Album ausklinken.

Dabei bietet das Werk auch ruhigere Titel wie „Der Teufel tanzt weiter“ und fast schon poppiges Material wie „Scherben bringen Glück“. Mit „Puppenspieler“ gibt es sogar noch einen Ausflug in alte Rap-Zeiten, wodurch „Wahrscheinlich nie wieder vielleicht“ grundsätzlich nie langweilig wird, auch wenn musikalisch nicht gerade die Krone der Schöpfung erreicht wird. Das darf von einem reinen Fun-Album wie diesem aber auch nicht erwartet werden. Auf diese Weise wird „Wahrscheinlich nie wieder vielleicht“ mit Titeln wie „Mein Herz hat ne Knarre“ vermutlich herrlich polarisieren und ein bisschen frischen Wind in die Musiklandschaft bringen.

Anspieltipps:

  • Krank
  • Shitstorm
  • Amok Amok Amok
  • Für Deutschland reicht‘s
  • Wahrscheinlich nie wieder vielleicht
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