Andy Burrows & Matt Haig - Reasons To Stay Alive - Cover
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Andy Burrows & Matt Haig Reasons To Stay Alive


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Andy Burrows Quasi-Buchadaption beginnt zu schön, um wahr zu sein, und erliegt im Anschluss beinahe dem eigenen Druck.

Andy Burrows ist eine personifizierte Erinnerung daran, dass Menschen nicht die musikalischen Fähigkeiten eines Schlagzeugers unterschätzen sollten. In Zusammenarbeit mit Autor Matt Haig hat das ehemalige Razorlight-Mitglied ein Rockalbum geschaffen, das an den Classic-Sound von Gruppen wie Chicago erinnert. „Reasons To Stay Alive“ ist ein inhaltlich relativ konservatives, aber auch konsequentes Album, das größere Themen allgemein umfasst und mit ähnlich breitem Sound ausstattet.

Den Wermutstropfen vorneweg: Andy Burrows kann das teils beachtliche Niveau auf „Reasons To Stay Alive“ nicht aufrechterhalten. „Reasons To Stay Alive“ ist ein gutes Album, dem Zuhörer bei der eigenen Entzauberung lauschen. Nach dem triumphalen Auftakt in Form von „A Different Game“, „Barcelona“ und dem Titeltrack nutzen sich die Ideen des Künstlers langsam ab und verbinden sich nicht mehr eindeutig mit den Emotionen, die die Texte vermitteln wollen.

„Hero“ verliert sich in etwas unbeholfenen Superman-Metaphern und „The Story Of Me And You“ ist eine süße, aber unbedarfte Liebesnummer, denen bei aller oberflächlicher Schönheit Tiefe abhanden geht. Der zentrale Knackpunkt des Albums ist das anschließende „How To Stop Time“. Das vordergründig nahezu perfekt arrangierte Stück entbehrt jeglichem Schmerz und raubt einer vermeintlich tragischen Geschichte um Liebeskummer jegliche emotionale Wucht. Von hier an drängt sich das Gefühl auf, das Andy Burrows vorrangig hübsche und nicht schöne Lieder schreibt.

Das ist dahingehend schon ein hartes Urteil, weil „A Different Game“ ein Anwärter für Jahresbestenlisten ist und auch die Single „Barcelona“ Burrows starkes Gespür für gute Melodien offenbart. Und auch wenn diese beiden Nummern sowie der immer noch starke Titeltrack Grund genug sind, um dieses Album in voller Länge abzuspielen, bleibt ein unangenehmer Nachhall. Was Burrows mit Songs wie „Parallel Lives“ und „Handle With Care“ abliefert, ist gelungenes Handwerk, das aber kaum noch Emotionen weckt.

Mit „Tomorrow“ hat das Album endgültig seinen Zauber und seine Geradlinigkeit verloren. Der Song ist ein wie in der Zeit entrückter Sprung in die Zukunft, um einem zart psychedelischen Closer den Weg zu ebnen, der das Album ohne Punkt und Komma ins Nichts auslaufen lässt. Das ist schlichtweg verdammt schade, wenn Hörer nach „Lost In Space“ ein Album beinahe aus dem Stand vergessen, wenn bei einem Opener wie „A Different Game“ die sofortige Wiederholung viel näher liegen sollte. Der unglücklich gewählte Verlauf des Albums lenkt die Aufmerksamkeit weg von den Höhepunkten und führt zu Irrungen im Mittelmaß. Das wird dem Album nicht gerecht, den Hörern aber auch nicht.

Anspieltipps:

  • A Different Game
  • Barcelona
  • Reasons To Stay Alive
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