The Drums - Brutalism - Cover
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The Drums Brutalism


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das fünfte Album der zum Soloprojekt geschrumpften The Drums.

The Drums sind eine im Jahr 2008 in New York City gegründete Indie-Pop/Rock-Band, die mit „Brutaslism“ ihr mittlerweile fünftes Studioalbum vorlegt. Allerdings ist die Bezeichnung „Band“ für The Drums schon seit einiger Zeit nicht mehr korrekt, da Gründungsmitglied Jonathan Pierce (35) The Drums seit dem Jahr 2016 bzw. dem „Abysmal Thoughts“-Album (06/2017) als Soloprojekt betreibt. Die übrigen Bandmitglieder sind im Laufe der Jahre sukzessive ausgestiegen, so dass Pierce, der früher schon Texte und Musik im Alleigang verantwortete, nun auch für The Drums ganz alleine den Kopf hinhalten muss.

„Brutaslism“ ist ein Werk vor dem Hintergrund privater Wirren, die Jonathan Pierce mit seinen neuen Songs ergründen und entflechten möchte. Dazu muss er nun nicht mehr auf die Meinungen und Geschmäcker seiner ehemaligen Band-Kollegen Rücksicht nehmen. Inhaltlich und musikalisch werden The Drums dadurch endgültig zur selbsttherapeutischen Ego-Einrichtung des Jonathan Pierce, der auf diese Weise u.a. noch einmal mit seiner Scheidung ins Gericht geht und die Folgen seines exzessiven Partylebens sowie seiner Homosexualität verarbeitet. Alles kann, alles muss nun raus.

Nach sieben Jahren in seiner Wahlheimat Los Angeles, lebt Jonathan Pierce nun wieder im heimischen Kalifornien, wo er „Brutaslism“ zusammen mit dem Produzenten und Toningenieur Chris Coady (u.a. Yeah Yeah Yeahs, Beach House, Future Islands, Smith Westerns, Amen Dunes) einspielte und so gut wie alles im Alleingang erledigte. Dadurch mag dem 35-Jährigen nun das frühere Band-interne Regulativ fehlen, doch damit ließe sich leben, wenn Jonathan Pierce in den 35 Minuten Spielzeit des neuen Longplayers bahnbrechende Musik aus dem Ärmel geschüttelt hätte.

Dies ist bis auf wenige Ausnahmen wie „Loner“, „I wanna go back“ oder auch „Kiss it away“ allerdings nicht der Fall. Durch diesen Umstand verharrt der elektrifizierte Indie-Pop auf „Brutaslism“ fast gänzlich im Status „ganz nett“, während die Texte zwar durchaus private Einblicke geben, was aber auch keine kaufentscheidenden Impulse auslöst. Fazit: Mit „Brutaslism“ ist Jonathan Pierce als Solokünstler angekommen, aber musikalisch nicht am richtigen Zielpunkt.

Anspieltipps:

  • Loner
  • Kiss it away
  • Body chemistry
  • I wanna go back
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