Bryan Adams - Shine A Light - Cover
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Bryan Adams Shine A Light


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bryan Adams verwaltet auf „Shine A Light“ sein Erbe, allerdings mit Anstand und der nötigen Lockerheit, die so manch anderen Künstlern seiner Generation inzwischen völlig abgeht.

„Shine A Light“ ist das 14. Studioalbum des kanadischen Superstars, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, aber noch fit genug ist, mit dem Longplayer im Gepäck um den Globus zu ziehen. Noch einmal wird Bryan Adams die größten Arenen der Welt rocken und bei seinen Fans hoffentlich für Pipi in den Augen sorgen. Denn genau das schien der Ex-Flanellhemdträger nach mehr als 75 Millionen verkauften Tonträgern verlernt zu haben: Frisch und frei von der Seele abzurocken, wie z.B. der Jubiläums-Release des „Reckless“-Albums (11/2014) mit Klassikern wie „Run to you“, „Summer of ‘69“, „Kids wanna rock“ oder auch „Too hot to handle“ nachdrücklich deutlich machte.

Stattdessen avancierte Bryan Adams im Laufe der Jahre zum König der seichten Muse, was sich zwar kommerziell auszahlte, aber auf Dauer nicht wirklich befriedigend war. So richtig mag man der Ansage Adams‘ in Anbetracht der Details zum „Shine A Light“-Album deshalb nicht glauben, wenn sich in dem mit 36 Minuten Spielzeit schon rein quantitativ sehr dünn ausgefallenen Werk ein Duett mit Jennifer Lopez (49) sowie ein gemeinsam mit Ed Sheeran (28) geschriebener Song wiederfinden. Dabei handelt es sich um den Titeltrack, der mit seiner lässigen Eingängigkeit an Bryan Adams‘ beste Radio-Pop/Rock-Momente der 90er Jahre anknüpft.

Das heißt nicht, dass nicht auch auf „Shine A Light“ wieder ausgiebig geschmust wird, siehe „Talk to me“, „I could get used to this“ und „That’s how strong our love is“ mit besagter Frau Lopez im Duett, die sich niemand ernsthaft wegen ihrer „Gesangskunst“ ins Studio holt. Im Falle einer Singleauskopplung kann die 49-Jährige im Videoclip schon eher zeigen, was sie zu bieten hat. Unter solchen Umständen sind 36 Minuten Spielzeit dann auch völlig ausreichend, auch wenn dem passionierten Fotografen mit Titeln wie „Part friday night, part sunday morning“, „All or nothing“, „Driving under the influence of love“ sowie der Thin-Lizzy-Coverversion „Whiskey in the jar“ in der Tat ein paar nette Rocksongs gelungen sind.

So wird zu Tracks wie „The last night on earth“ amtlich getanzt, bei einem Stück wie „All or nothing“ über das zum Teil bei AC/DC geklaute Gitarrenriff geschmunzelt und bei Songs wie „Nobody’s girl“ und „Don’t look back“ gemütlich mit den Füßen gewippt. Das macht ein im Prinzip stromlinienförmiges Werk wie „Shine A Light“ am Ende durchaus sympathisch, auch wenn Bryan Adams die jugendliche Dringlichkeit der 80er Jahre nicht mehr reproduzieren kann und sein Erbe im Prinzip nur noch verwaltet – dies aber mit Anstand und der nötigen Lockerheit, die so manch anderen Künstlern seiner Generation inzwischen völlig abgeht.

Anspieltipps:

  • Shine a light
  • All or nothing
  • Nobody’s girl
  • Driving under the influence of love
  • Part friday night, part sunday morning
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